- Leitbilder sind Idealtypen auf Basis einer prä-analytischen Vision (Schumpeter): Marktliberalismus, Wohlfahrtskapitalismus, Postwachstum.
- Marktliberalismus: negative Freiheit, Marktgerechtigkeit, Shareholder Value (Friedman), schwache Nachhaltigkeit; die radikale Variante lehnt Nachhaltigkeit als nicht messbar ab.
- Wohlfahrtskapitalismus: Absicherung für alle, Teilhabegerechtigkeit (Daseinsvorsorge), Stakeholder-Verantwortung, schwache Nachhaltigkeit mit grünem Wachstum und gerechtem Übergang.
- Postwachstum: gutes Leben, selektives Schrumpfen, Suffizienz, Umwelt- und Teilhabegerechtigkeit (Mitbestimmung), starke Nachhaltigkeit.
- Relative Entkopplung: weniger Verbrauch pro Einheit. Absolute: Verbrauch sinkt trotz Wachstum. Letzteres ist langfristig nicht nachgewiesen; der Rebound-Effekt wirkt dagegen.
- Acht Gerechtigkeitskonzepte: Markt, Leistung, Chancen, Bedürfnis, Teilhabe, Geschlecht, Umwelt, Klima. Teilhabe erweitert Bedürfnis und Chancen.
- Moderate Marktliberale setzen auf Kostenwahrheit und Technologieneutralität, radikale (Österreichische Schule, Hayek) auf freie Märkte ohne Planung.
Inhalt9 Abschnitte
Alles auf einer Seite. Vertiefungen klappst du bei Bedarf auf. setzt ein Lesezeichen, markiert eine schwierige Stelle.
1 Leitbilder verstehen ★★
Ein Leitbild bündelt eine bestimmte Sicht auf Wirtschaft, Gesellschaft und Natur zu einem Gesamtbild. Es erklärt, warum Menschen bei denselben Problemen (Klimakrise, Teuerung) zu ganz verschiedenen Lösungen greifen.
Idealtypen
Idealtypus: Eine bewusst vereinfachte, zugespitzte Bündelung von Denkstilen, die wesentliche Merkmale hervorhebt und ordnet.
Es gibt drei Leitbilder: Marktliberalismus, Wohlfahrtskapitalismus, Postwachstum. In der Wirklichkeit gibt es Mischformen. Echte Parteien oder Personen weichen von den reinen Typen ab.
Jedes Leitbild gibt seinen Befürworter:innen einen gemeinsamen normativen Horizont (was soll sein?) und Orientierung: gemeinsame Ziele, Konzepte, Methoden und Lösungsvorschläge.
Prä-analytische Vision
Prä-analytische Vision: Das Vorverständnis oder die „Weltsicht“, die Menschen schon mitbringen, bevor sie zu forschen beginnen (Begriff von Joseph Schumpeter).
Sie bleibt meist unbewusst. Trotzdem prägt sie, was untersucht wird, welche Fragen gestellt werden und wie geforscht wird. Darum ist es wichtig, sie offenzulegen.
Einfach erklärt: Zwei Menschen tragen verschiedene Brillen. Beide schauen auf dieselbe Straße, sehen aber Unterschiedliches. Die prä-analytische Vision ist die Brille, die man aufsetzt, ohne es zu merken.
Die vier Beschreibungsaspekte
Jedes Leitbild wird anhand derselben vier Punkte beschrieben. So lassen sie sich vergleichen:
Prüfungsfallen:
VertiefungWarum drei Brillen nützlich sind
Kein Leitbild allein liefert „die“ Lösung. Jedes betont etwas Wichtiges und blendet anderes aus.
2 Gerechtigkeit: Markt, Leistung, Chancen, Bedürfnisse, Teilhabe ★★★
Was „gerecht“ ist, beantworten die Leitbilder unterschiedlich. Es gibt acht Konzepte. Sie gehören zu den häufigsten Prüfungsthemen.
Marktgerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit
Marktgerechtigkeit: Gerecht ist, was am Markt als Preis erzielt wird.
Leistungsgerechtigkeit: Die Entlohnung richtet sich nach dem Beitrag, den eine Person tatsächlich leistet.
Leistung ist aber schwer messbar. Vieles, etwa unbezahlte Pflege von Angehörigen, passiert außerhalb des Marktes. Deshalb wird Leistungsgerechtigkeit in der Praxis oft als Marktgerechtigkeit umgesetzt.
VertiefungGrenzproduktivität: Wie die Neoklassik Marktgerechtigkeit misst
Die Neoklassik misst Marktgerechtigkeit mit der Grenzproduktivität der Arbeit: Ein Lohn gilt als gerecht, wenn er dem Beitrag zum Unternehmensgewinn entspricht. Ob etwas gesellschaftlich wichtig ist, spielt keine Rolle. Es zählt nur, was nachgefragt und bezahlt wird.
Chancen-, Bedürfnis- und Teilhabegerechtigkeit
Chancengerechtigkeit: Alle sollen gleiche Startchancen haben, damit ihre Leistung am Markt fair bewertet wird.
Gemeint ist formale (rechtliche) Gleichheit: Diskriminierung bei Recht und Marktzugang ist verboten. Antidiskriminierungsgesetze sind der Kern, kein Gegenspieler.
Bedürfnisgerechtigkeit: Die Grundbedürfnisse sind gedeckt.
Sie ist eng definiert (kein Hunger, keine absolute Armut) und eher passiv: Güter und Dienste gehen an jene, die sich nicht selbst am Markt versorgen können.
Teilhabegerechtigkeit: Erweiterung von Bedürfnis- und Chancengerechtigkeit: Ungleiche Ausgangslagen werden ausgeglichen, und alle haben gleiche Möglichkeiten, am Gemeinwesen teilzuhaben und mitzugestalten.
Teilhabe heißt positive Freiheit: echte Möglichkeiten, das eigene Leben gut zu gestalten. Sie schafft Verwirklichungschancen bei Arbeit, Einkommen, Gesundheit und Bildung. Zugang soll universell und in guter Qualität bestehen, besonders bei Grundversorgung und Alltagsökonomie.
Prüfungsfallen:
3 Gerechtigkeit: Geschlecht, Umwelt, Klima und Überblick ★★★
Die drei weiteren Konzepte bauen auf den ersten fünf auf. Zum Schluss steht eine Übersicht aller acht.
Geschlechter-, Umwelt- und Klimagerechtigkeit
Geschlechtergerechtigkeit: Sie ist eine Spielart der Chancen- und der Teilhabegerechtigkeit und gleicht ungleiche Ausgangslagen der Geschlechter aus.
Umweltgerechtigkeit: Gerechte Verteilung von Umweltbelastungen und gesundheitsfördernden Umweltgütern (z. B. Grünflächen).
Der Brundtland-Bericht (1987) ergänzte zwei Dimensionen:
Klimagerechtigkeit: Das aktuell am häufigsten verwendete Konzept: Alle tragen Verantwortung für sinkende Emissionen, der globale Norden aber eine größere.
Grundlage ist das Pariser Klimaabkommen: Der Norden hat in der Vergangenheit mehr CO₂ ausgestoßen. Reiche Länder sollen ihre Emissionen daher schneller senken als ärmere.
VertiefungWoher der Begriff Umweltgerechtigkeit stammt
Der Begriff entstand aus der Kritik, dass in den USA vor allem ärmere afroamerikanische Wohngegenden belastet wurden (Mülldeponien, Autobahnen).
Überblick mit eigenen Beispielen
| Konzept | Kernidee | Beispiel |
|---|---|---|
| Markt | Marktpreis = gerecht | Gefragter Streamer verdient mehr als Kindergartenpädagogin |
| Leistung | Lohn nach Beitrag | Wer doppelt so viele Torten backt, bekommt doppelt so viel |
| Chancen | Gleiche Startlinie, formale Gleichheit | Verbot, Bewerbungen wegen Alter auszusortieren |
| Bedürfnis | Grundbedarf für Bedürftige | Suppenküche für Menschen ohne Einkommen |
| Teilhabe | Zugang und Mitbestimmung für alle | Leistbares Öffi-Ticket, Mitsprache im Grätzel |
| Geschlecht | Chancen + Teilhabe | Quote im Vorstand, Gratis-Kinderbetreuung |
| Umwelt | Belastungen fair verteilen | Keine Müllanlage nur in einkommensschwachen Vierteln |
| Klima | Norden trägt mehr Last | Reiche Staaten senken Emissionen schneller |
Einfach erklärt: Stell dir eine Bäckerei-Betriebsfeier vor. Jede:r isst nur die Torten, die er oder sie selbst gebacken hat = Leistungsgerechtigkeit. Alle backen zusammen, damit sich jede:r satt essen kann = Bedürfnisgerechtigkeit. Alle dürfen außerdem mitentscheiden, was gebacken wird = Teilhabegerechtigkeit.
Prüfungsfallen:
VertiefungWie die Konzepte zusammenhängen
4 Marktliberalismus ★★★
Hier steht die individuelle Freiheit im Mittelpunkt, und zwar als Freiheit von Zwang. Der Markt gilt als beste Institution, diese Freiheit zu verwirklichen.
Vision
Negative Freiheit: Freiheit als Abwesenheit von Zwang, vor allem von staatlichem Zwang.
Andere Institutionen als der Markt sind nur akzeptiert, wenn der Markt ein Problem nicht selbst löst (Marktversagen). Der Staat wird als Zwangsmaschinerie gesehen, deren Zugriff aufs Privatleben möglichst klein bleiben soll.
VertiefungEntstehung im 18. Jahrhundert
Das Leitbild entstand im 18. Jahrhundert im Widerstand gegen ständische Vorrechte von Adel und Grundbesitzern, die durch Geburt begründet waren.
Zwei Varianten
Radikale Variante: orientiert an der Österreichischen Schule der Nationalökonomik.
Moderate Variante: geprägt von der neoklassischen (Umwelt-)Ökonomik.
Wirtschaftspolitik
Gerechtigkeit und Verantwortung
Im Zentrum steht die Marktgerechtigkeit. Der Markt bewertet, nicht die Gesellschaft.
Shareholder Value: Unternehmen sollen kurzfristig Erträge für die Anteilseigner:innen maximieren.
Milton Friedman: Die Verantwortung eines Unternehmens ist der eigene Gewinn. Soziales und Ökologisches erledigen Fachleute, Sozialeinrichtungen und NGOs. Freiwillige Spenden sind erlaubt.
VertiefungChancen, Bedürfnisse und ein Nachteil der Marktgerechtigkeit
Nachhaltigkeit
Prüfungsfallen:
VertiefungVertreter in Österreich
Hayek Institut und der Think-Tank Agenda Austria.
5 Wohlfahrtskapitalismus ★★★
Hier geht es um materielle und soziale Absicherung sowie Aufstiegschancen für möglichst alle. Der Staat gilt als zentraler Akteur.
Vision und Vorbild
Vorbild ist die relativ stabile Phase 1945 bis ca. 1973, vor allem in Nordwesteuropa und Nordamerika. Damals gelang es, höhere Produktionseffizienz mit sozialer Absicherung zu verbinden.
Daraus folgt der Glaube: Die Ökoprobleme des 21. Jahrhunderts lassen sich mit denselben Mitteln lösen, mit denen der Sozialstaat den Kapitalismus „zivilisiert“ hat. Gesucht werden rationale Lösungen durch Fachleute, Technik und Wissenschaft.
Theorie und Wirtschaftspolitik
Im Zentrum steht der Mainstream-Keynesianismus. Dazu kommen:
Was der Staat tut:
VertiefungWachstum und Sozialpartnerschaft
Wachstum soll Verteilungskonflikte entschärfen: Bei einem wachsenden „Kuchen“ muss niemand etwas abgeben. Die Sozialpartnerschaft (Wirtschaftskammer und Gewerkschaft bzw. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände) macht den Ausgleich zwischen Kapital- und Arbeitsinteressen zur festen Einrichtung.
Zwei Varianten
Gerechtigkeit und Verantwortung
Im Zentrum steht die Teilhabegerechtigkeit, besonders der Zugang zur Daseinsvorsorge. Gesundheit, Bildung und Wohnen sind soziale Rechte, unabhängig von der Zahlungsfähigkeit.
Stakeholder-Verantwortung: Unternehmen sind gegenüber allen verantwortlich, mit denen sie zu tun haben.
Gemeint sind Kundschaft, Belegschaft, Lieferfirmen und Anrainer:innen. Wer sie vernachlässigt, gefährdet den eigenen langfristigen Erfolg. Freiwilligkeit reicht aber nicht aus. Es braucht Gesetze und Strafen, damit verantwortliches Wirtschaften zur Regel wird.
VertiefungWohlstandsbegriff und Gleichstellung
Wohlstand wird nicht auf individuelle Präferenzen verkürzt. Maßstab sind Verwirklichungschancen und menschliche Bedürfnisse. Dazu gehört auch Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit, etwa durch öffentliche Kinderbetreuung.
Nachhaltigkeit
Kritik: Wohlstand bleibt von Wachstum und hohem Ressourcenverbrauch abhängig.
Prüfungsfallen:
VertiefungVertreter in Österreich
Die Sozialpartner, allen voran die Arbeiterkammer.
6 Postwachstum ★★★
Die Vision ist ein gutes Leben unter neuen Mensch-Natur-Verhältnissen. Das Leitbild kritisiert den Wachstumszwang und fordert, bestimmte Bereiche gezielt zu verkleinern.
Grundgedanke
Es ist das einzige Leitbild, das den Widerspruch zwischen unbegrenztem Wachstum und ökologischen Grenzen zum Thema macht.
Selektives Schrumpfen: Manche Bereiche müssen schrumpfen, andere dürfen wachsen (z. B. erneuerbare Energie, Sorgearbeit).
Das Schrumpfen soll zuerst im globalen Norden beginnen. Begründung: Eine ausreichende, dauerhafte absolute Entkopplung ist bisher nicht nachweisbar und käme voraussichtlich zu spät für die Klimaziele.
Sieben Formen der Kritik
VertiefungEntstehung, imperiale Lebensweise und Wurzeln
Postwachstum entstand als Kritik am Wohlfahrtskapitalismus. Dieser brachte Wohlstand, aber auch die Große Beschleunigung nach 1945, also das außerordentliche Wachstum von Wirtschaft und Ressourcenverbrauch. Außerdem gilt der Expertenfokus als zu technokratisch.
Dazu passt der Begriff imperiale Lebensweise (Brand und Wissen): eine Lebensweise, die nur funktioniert, weil andere (v. a. im globalen Süden) die Kosten tragen.
Inspiriert ist das Leitbild von ökologischer, feministischer und marxistischer politischer Ökonomik, der Sozioökonomik und teilweise vom Post-Keynesianismus. Die Ursache der Nicht-Nachhaltigkeit liegt aus seiner Sicht im ausbeuterischen Umgang mit Natur und in einer kapitalistischen Wirtschaft, die auf Wachstum angewiesen ist.
Zwei Varianten
Zivilgesellschaftlich-anarchistisch:
Pragmatisch-institutionell:
Leitprinzipien
Suffizienz: Genug-Haben im doppelten Sinn: nicht zu wenig, nicht zu viel.
Ein gutes Leben ruht auf drei Säulen:
Gerechtigkeit, Verantwortung, Nachhaltigkeit
Gerechtigkeit: Im Zentrum stehen die Umweltgerechtigkeit (inklusive Klimagerechtigkeit) und die Teilhabegerechtigkeit mit Schwerpunkt Mitbestimmung. Es geht immer um Umverteilung zwischen Generationen, Klassen und Ländern.
Verantwortung: Unternehmen tragen planetare Verantwortung, auch gegenüber künftigen Generationen und Menschen in anderen Weltregionen. Gewinn und Wachstum sind kein Selbstzweck.
Starke Nachhaltigkeit: Der Mensch ist Teil der Natur. Wirtschaft stößt an absolute ökologische Grenzen. Natur und menschengemachtes Kapital sind nicht austauschbar, denn Kapital lässt sich meist wiederherstellen, zerstörte Natur oft nicht.
Prüfungsfallen:
VertiefungMitbestimmung und bevorzugte Unternehmensformen
VertiefungKritik am Leitbild und Vertreter
Vertreter: Letzte Generation, Extinction Rebellion, Degrowth Vienna.
7 Entkopplung ★★★
Hier geht es um die Frage, ob die Wirtschaft wachsen kann, ohne dass Ressourcenverbrauch und Emissionen mitwachsen. Das ist der Knackpunkt im Streit zwischen den Leitbildern.
Entkopplung: Das Wirtschaftswachstum (BIP) und der Verbrauch von Material oder Emissionen laufen nicht mehr im Gleichschritt.
Relative EntkopplungAbsolute EntkopplungBIPEmissionenBIPEmissionenZeitZeitRelativ und absolut
| Relative Entkopplung | Absolute Entkopplung | |
|---|---|---|
| Was passiert? | Verbrauch pro Einheit sinkt | Verbrauch sinkt insgesamt |
| Gesamtverbrauch | kann weiter steigen | sinkt oder steigt zumindest nicht mehr |
| Eigenes Beispiel | BIP +4 %, Emissionen +1 % | BIP +4 %, Emissionen −2 % |
Relative Entkopplung heißt also: Die Emissionen wachsen langsamer als die Wirtschaft. Absolute Entkopplung bedeutet: Die Wirtschaft wächst weiter, die Emissionen sind aber gleich oder sinken.
Einfach erklärt: Ein Kaffeehaus braucht pro Melange weniger Strom (relativ besser). Verkauft es aber doppelt so viele, steigt der Stromverbrauch trotzdem. Erst wenn der Gesamtverbrauch sinkt, obwohl es mehr verkauft, ist es absolut entkoppelt.
Was die Forschung sagt
Absolute Entkopplung über längere Zeiträume ist bisher nicht nachweisbar. Nach neuen Erkenntnissen käme sie voraussichtlich nicht schnell genug, um die Klimaziele zu erreichen. Das ist das Hauptargument des Postwachstums.
Rebound-Effekt
Rebound-Effekt: Effizienzgewinne werden teilweise oder ganz durch Mehrverbrauch aufgezehrt.
Der Rebound-Effekt wirkt gegen die Entkopplung und ist ein Hauptgrund, warum Effizienz allein oft nicht reicht.
Wer setzt worauf?
Prüfungsfallen (besonders häufig):
VertiefungEntkopplung richtig erkennen
VertiefungBeispiel zum Rebound-Effekt
Ein effizienterer Heizkessel macht Wärme billiger. Folge: Die Wohnung wird wärmer geheizt, und die erhoffte Einsparung schrumpft.
8 Die drei Leitbilder im Vergleich ★★★
Diese Übersicht solltest du auswendig beherrschen. Die Tabellen zeigen immer dieselben Aspekte, aufgeteilt in drei Blöcke.
Markt-
liberalWohlfahrts-
kapitalismusPost-
wachstumVision, Varianten und Theorie
| Leitbild | Vision und Varianten | Prägende Theorie |
|---|---|---|
| Marktliberalismus | Individuelle Freiheit (negativ). Radikal / moderat | Österr. Schule; Neoklassik, Umweltökonomik |
| Wohlfahrtskap. | Wohlstand absichern (positiv). Traditionell / grün | Mainstream-Keynes, Entwicklungsökonomik, Sozioökonomik |
| Postwachstum | Gutes Leben, neue Mensch-Natur-Verhältnisse (positiv). Anarchistisch / institutionell | Ökologische, feministische, marxistische Ökonomik, Sozioökonomik |
Gerechtigkeit und Unternehmen
| Leitbild | Gerechtigkeit | Unternehmen |
|---|---|---|
| Marktliberalismus | Markt | Shareholder Value, Gewinn |
| Wohlfahrtskap. | Teilhabe (Zugang zur Daseinsvorsorge) | Stakeholder |
| Postwachstum | Teilhabe (Mitbestimmung) + Umwelt | Umwelt, Gesellschaft, künftige Generationen |
Nachhaltigkeit und Wachstum
| Leitbild | Nachhaltigkeit | Wachstum |
|---|---|---|
| Marktliberalismus | radikal: abgelehnt; moderat: schwach | Wachstum, grünes Wachstum |
| Wohlfahrtskap. | schwach | Wachstum, grünes Wachstum |
| Postwachstum | stark | selektives Schrumpfen, Suffizienz |