ZuWi · Kapitel 8/9

Gesellschaft & Natur im Umbruch

Teil 3 · Umbrüche & Strategien24 Min. LesezeitRelevanz ★★
Auf einen Blick
  • Therborn: Ressourcen-, vitale und existenzielle Ungleichheit. Zwischen Ländern sank die Ungleichheit, innerhalb vieler Länder stieg sie; die Elefantenkurve zeigt Gewinner und Verlierer.
  • Hyperindividualisierung leugnet Abhängigkeit von anderen: Ich-Wir-Ich-Kurve, Emanzipation zweiter Ordnung, progressiver Neoliberalismus (Finanzkapital plus akademische Mittelschicht).
  • Wohlfahrtsregime: liberal (Sozialhilfe, hohe Kommodifizierung), konservativ (Versicherung, Insider/Outsider), sozialdemokratisch (gute Leistungen für alle); Länder sind oft hybrid und im Wandel.
  • Arbeit im Umbruch: Hausfrauisierung, Doppelverdienende, Gender Gaps, Polarisierung, Plattformarbeit mit Scheinselbstständigkeit; Zweidritteldemokratie: das untere Drittel ist kaum vertreten.
  • Anthropozän: Der Mensch prägt die Erde; die Große Beschleunigung ab 1945 ist exponentiell, nicht linear.
  • Klimakrise verläuft nicht linear (Kipppunkte); Paris: 1,5 °C, aber NDCs führen zu etwa 2,6 °C; das CO₂-Budget ist bald aufgebraucht.
  • Rebound-Effekt: Effizienz macht billiger, es wird mehr verbraucht. Punkt-Effizienz und Erneuerbare allein senken den Verbrauch nicht; Fossile wachsen weiter.
  • Biodiversitätskrise: sechstes Massenaussterben, Hauptursache Landnutzungswandel; imperiale Lebensweise, ökologisch ungleicher Tausch und Offsetting verschieben Kosten in den globalen Süden.
Inhalt22 Abschnitte
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1 Menschenbilder und globale Ungleichheit ★★

Dieses Kapitel fragt, wie Individuum und Gemeinschaft zusammenspielen und wie ungleich die Welt verteilt ist. Das Menschenbild bestimmt, wie man Gesellschaft, Sozialstaat und Politik sieht.

Zwei Menschenbilder

Unabhängiges Individuum: Menschen sind von Natur aus voneinander unabhängig und schließen einen Gesellschaftsvertrag (Hobbes, Locke): Sie unterwerfen sich einem staatlichen Gewaltmonopol, das Verträge und Eigentum schützt. Daraus folgen der methodologische Individualismus und der Ruf nach Eigenverantwortung (z. B. private Pension).

Soziales, politisches und biophysisches Wesen: Menschen leben immer schon mit und für andere und sind Teil der Natur. Zwei Wurzeln:

Republikanische Tradition (Aristoteles bis Hannah Arendt): Rechte und Pflichten ergeben sich aus der Mitgliedschaft im Gemeinwesen, der Polis.
Feministische Tradition: Menschen sind „needy enmattered beings“, also bedürftige, verletzliche, von Mitmenschen und Natur abhängige Lebewesen.

Einfach erklärt: Kein Mensch ist ein Alleskönner. Ein Kind braucht Eltern, eine Unternehmerin braucht ihre Mitarbeitenden und jemanden, der sich um Haushalt und Pflege kümmert. Verbundenheit kommt zuerst, Autonomie baut darauf auf.

Drei Arten von Ungleichheit (Göran Therborn)

1Ressourcenungleichheit: Geld, Vermögen, Zugang zu öffentlichen Infrastrukturen.
2Vitale Ungleichheit: Unterschiede bei Gesundheit und Lebenserwartung.
3Existenzielle Ungleichheit: Diskriminierung, Stigmatisierung, Unterdrückung (Rassismus, Sexismus, Kastenwesen, Sklaverei).

Die drei Formen treten oft gemeinsam auf.

VertiefungPickett und Wilkinson: Auch Reiche leiden unter Ungleichheit

Pickett und Wilkinson zeigen: Auch Reiche leben in gleicheren Gesellschaften besser. Mögliche Erklärung: In ungleichen Gesellschaften ist die Statuskonkurrenz groß und erzeugt Stress.

Globale Ungleichheit

Die Ungleichheit zwischen Nord und Süd wuchs bis etwa 1980. Das Geburtsland bestimmte die Lebenschancen.
Mit dem Aufstieg der Schwellenländer in der zweiten Globalisierung sank die Ungleichheit zwischen Ländern, aber sie stieg innerhalb vieler Länder.
Elefantenkurve: Einkommenszuwachs nach globaler Einkommensposition. Hoher Rücken = globale Mitte, Rüsselspitze = Top 1 %, Senke = Unter- und Mittelschicht im Westen.Einkommenszuwachs 1980–2020Position in der globalen Einkommensverteilung: arm → reichGlobale Mittelschicht (v. a. Asien)Untere Mittelschicht im globalen NordenTop 1 %
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Elefantenkurve: Einkommenszuwachs nach globaler Einkommensposition. Hoher Rücken = globale Mitte, Rüsselspitze = Top 1 %, Senke = Unter- und Mittelschicht im Westen.

Elefantenkurve (1980–2020): Sie zeigt, wer vom Wachstum profitierte.

Hoher Rücken: globale Mittelschicht, vor allem in Asien.
Rüsselspitze: das einkommensstärkste 1 % (rund ein Viertel des gesamten Zuwachses).
Senke dazwischen: Unter- und Mittelschicht der reichen Länder, die kaum Zuwächse hatten.
Folge: Unterschiede zwischen Unter- und Mittelschicht nahmen ab, zwischen Mittel- und Oberschicht zu.
VertiefungVerteilung von Einkommen und Vermögen in Zahlen
Das reichste 1 % erhält 19 % des Welteinkommens und besitzt 38 % des Weltvermögens. Die untere Hälfte erhält 8,5 % des Einkommens und besitzt rund 2 % des Vermögens.
Europa hat die geringsten Unterschiede: Die Top 10 % verdienen etwa das Zehnfache der unteren 50 %. In Lateinamerika ist es das 27-Fache, in Afrika südlich der Sahara und im Nahen Osten über das 30-Fache.
VertiefungWarum Länder so verschieden sind
Kolonialismus wirkt fort: Er endete spät und vernachlässigte lokale Wirtschaft, Bildung und Gesundheit. In Brasilien endete die Sklaverei erst 1888, in Südafrika die Apartheid 1994. Die Besitzenden blieben dominant.
Politik zählt: Brasilien senkte mit Sozialpolitik die extreme Armut von über 30 % auf etwa 5 %. Auch China und Indien reduzierten sie deutlich.
Heute migrieren anteilig weniger Menschen als in der ersten Globalisierung, und sie werden am Arbeitsmarkt oft diskriminiert.
Die Lebenserwartung stieg stark (in Asien und Afrika von unter 30 auf über 60 Jahre). Kapitalismus brachte also nicht nur Ausbeutung, sondern auch Fortschritt.

Prüfungsfalle: In der zweiten Globalisierung ist die Ungleichheit zwischen Ländern gesunken und innerhalb vieler Länder gestiegen – nicht umgekehrt.

2 Gleichheit im globalen Norden: Geschichte ★★

Die Geschichte des Nordens verläuft in Wellen: erst große Ungleichheit, dann mehr Gleichheit, dann wieder weniger. Das nennt man eine U-Kurve.

Von der Antike bis zum Wohlfahrtsstaat

Antike Polis: Freiheit für wenige, durch Ausschluss vieler (Frauen, Versklavte, Fremde).
Feudalismus: Leibeigene mussten Arbeit und Abgaben leisten, Ungleichheit galt als „natürlich“ und „gottgewollt“.
Französische Revolution 1789: Zeitenwende. Alle Menschen sind gleich und frei geboren. Daran knüpfen Menschenrechte (1948) und SDGs (2015) an.
19. Jahrhundert: Es gilt Gleichheit vor dem Recht, Verdienst ersetzt Geburt. Trotzdem besaßen vor dem Ersten Weltkrieg die reichsten 10 % rund 90 % der Vermögen. Ab der zweiten Jahrhunderthälfte bauten Kommunen Infrastruktur (Wasser, Gas, Energie).
Nach 1918 kamen liberale Demokratie und das Wahlrecht auch für Frauen (zeitlich sehr verschieden, z. B. Schweiz erst 1971). Zwischenkriegszeit: massive Konflikte, in Österreich Bürgerkrieg 1934 und Austrofaschismus.
Nach 1945: In Westeuropa trat an die Stelle des Klassenkampfes der Klassenkompromiss (in Österreich die Sozialpartnerschaft). Motive: sozialer Zusammenhalt und die Angst vor dem Systemrivalen Sowjetunion.

Individualismus der Gleichheit

Der Individualismus der Gleichheit betonte, was alle Menschen gemeinsam haben. Er stützte sich auf Vollbeschäftigung, progressive Steuern (Reiche zahlen einen höheren Satz), Kollektivverträge und Sozialstaat.

Wohlfahrtsstaatliche Infrastruktur (Bildung, Gesundheit, Wohnen) senkte Ressourcenungleichheit und förderte vitale Gleichheit.
VertiefungBreite Mittelschicht und Ausschluss
Es entstand eine breite Mittelschicht mit einheitlichem Lebensstil (Auto, Haushaltsgeräte, Urlaub), gemeinsamem Arbeits- und Familienethos und Aufstiegserwartung. Abweichende Lebensmodelle wurden skeptisch gesehen.
Auch Nicht-Staatsangehörige blieben oft ausgeschlossen.

3 Wendepunkt, Vermögen und Emanzipation ★★

Der Wendepunkt: neoliberale Regulationsweise

Spitzensteuersätze fielen von durchschnittlich 72 % (1950) auf 35 % (1990), öffentliches Eigentum wurde privatisiert, Staaten verschuldeten sich.
Das Einkommen des Top-1-%-Anteils in den USA bildet eine U-Kurve: hoch in der ersten Globalisierung, niedrig im Wohlfahrtskapitalismus, wieder hoch in der zweiten.
Die untere Hälfte verlor in den USA und vielen Ländern Anteile am Volkseinkommen. Das erhöht Abstiegsängste der Mittelschicht und stärkt illiberale Kräfte.
VertiefungDaseinsvorsorge nach Zahlungsfähigkeit

Die Daseinsvorsorge wird zunehmend nach Zahlungsfähigkeit vergeben, Stadt und Land driften auseinander (erst Automobilisierung, dann Onlinehandel).

Vermögen und Gini-Koeffizient

Gini-Koeffizient: Maßzahl für Ungleichheit zwischen 0 und 1.

Einfach erklärt: Gini 0 heißt, alle haben genau gleich viel. Gini 1 heißt, eine Person hat alles. Je näher an 1, desto ungleicher. Ein Wert ist erst im Vergleich aussagekräftig.

Gini-Koeffizient des Vermögens: Österreich 0,73, Deutschland 0,76. Das ist Spitze in der Eurozone.
Erbschaft (das Glück der Geburt) verstärkt Ungleichheit.
VertiefungVermögen in Österreich in Zahlen
Die Top 10 % besitzen 62 % des Nettovermögens, die untere Hälfte nur 3 %. In Deutschland sind es 59 % und etwas über 3 %.
Die Vermögensteuer wurde 1995, die Erbschaftssteuer 2008 abgeschafft. Vermögensbezogene Steuern machen in Österreich 1,3 % des Aufkommens aus (OECD-Schnitt 5,7 %).
Die Top 10 % beziehen rund 90 % der Kapitaleinkommen. Frauen besitzen im Schnitt 23 % weniger Vermögen (Gender Wealth Gap).

Emanzipation: Fortschritt trotz Ungleichheit

Existenzielle Ungleichheit sank, aber langsam. Antidiskriminierungsgesetze gelten heute als Teil des westlichen Zivilisationsmodells, in anderen Weltregionen bleibt Homosexualität teils strafbar.

VertiefungEmanzipation: Beispiele aus Deutschland und Österreich

In Deutschland durften Frauen bis 1962 kein eigenes Bankkonto eröffnen, in Österreich wurden sie 1975 in Ehe und Erziehung gleichgestellt, Homosexualität war bis 1971 strafbar.

Prüfungsfalle: Gleichheit nahm im Norden nicht ständig zu, sondern verlief als U-Kurve. Fortschritt ist weder linear noch gleichmäßig.

4 Hyperindividualisierung ★★

In der zweiten Globalisierung wächst eine neue Form von Individualismus.

Hyperindividualisierung: Individualismus, der die Abhängigkeit von anderen ignoriert oder leugnet. Er stützt sich auf radikale negative Freiheit (Abwesenheit von Zwang) und Konsument:innensouveränität (möglichst viele individuelle Wahlmöglichkeiten).

Der Markt-Liberalismus fördert Menschen als eigenverantwortliche Individuen. Absicherung wird privat und finanzialisiert: private Pensions- und Krankenversicherung, Vorsorgewohnung, Konsum- und Hypothekarkredite. Das macht von Finanzmärkten abhängig und untergräbt kollektive Sicherungen.

Drei Erklärungen

1Putnam und Garrett – „Ich-Wir-Ich-Kurve“: Die Wertschätzung des „Wir“ stieg bis in die 1960er und fällt seit den 1970ern. Die Kurve ähnelt der Einkommensverteilung (umgekehrtes U). Kompromissbereitschaft, Zusammenhalt und Solidarität sinken.
2Blühdorn – Emanzipation zweiter Ordnung:
–Erster Ordnung: Befreiung von irrationalen Traditionen. Sie steht in der Tradition der Aufklärung (Kant) und umfasst Verantwortung für andere.
–Zweiter Ordnung: Befreiung von möglichst allen Regeln und Pflichten, Selbstverwirklichung und -optimierung, „harter Rationalismus“. Regeln gelten als Bevormundung.
–Hintergrund: Weil ein gutes Leben für alle unplausibel erscheint, will man wenigstens zu den Gewinnenden gehören.
3Hyperglobalisierung und Hyperindividualisierung verbinden sich: Die Einkommenskluft zwischen Bildungsschichten wächst. Eine neue akademische Schicht lebt Diversität, Kosmopolitismus und „fairen Konsum“ als Distinktion (Abgrenzung von anderen).

Progressiver Neoliberalismus (Nancy Fraser): informelles Bündnis zwischen Finanzkapital und der liberalen, akademischen Mittelschicht.

VertiefungBildungsaufschlag und Frasers Kritik
Die Einkommenskluft zwischen Bildungsschichten wächst, in den USA von 40 % auf 80 % Aufschlag für Hochschulabschlüsse.
Bei Fraser bedeutet Emanzipation Entfaltung für die „Begabteren“ unter Frauen und Minderheiten. Gut bezahlte Posten werden kulturell vielfältiger besetzt, ohne dass sich die soziale Lage der Mehrheit verbessert. Das stärkt Gegenbewegungen.

Prüfungsfalle: Emanzipation erster Ordnung (Aufklärung, Verantwortung) ist nicht dasselbe wie die zweiter Ordnung (Regeln loswerden). Fraser meint ein Bündnis mit Finanzkapital, nicht mit der Arbeiterklasse.

5 Arbeiten im Umbruch: Geschlechterverhältnisse ★★

Arbeit wurde im Lauf der Geschichte neu organisiert. Neue Regeln verteilen Macht und Chancen unterschiedlich auf Frauen, Männer und Länder.

Geschlechterverhältnisse

Hausfrauisierung (Maria Mies): Frauen wird die unbezahlte Hausfrauenrolle zugewiesen und die Abhängigkeit vom erwerbstätigen Ehemann.
Im Fordismus verallgemeinert sich das männliche Ernährermodell (Mann sichert das Einkommen, Frau macht Haus- und Familienarbeit). Es ist im Kern eine finanzielle Abhängigkeit.
Neoliberal tritt das Doppelverdienende-Modell hervor (Mann Vollzeit, Frau oft Teilzeit). Das ist ambivalent: Frauen werden unabhängiger, aber die Arbeitsteilung bei unbezahlter Arbeit ändert sich kaum.
Zweite Schicht: bezahlte Arbeit plus der Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit. Wer es sich leisten kann, kauft Pflege zu (oft prekär beschäftigte, meist ausländische Kräfte). Dadurch verlagert sich ein Pflegedefizit in ärmere Länder.
VertiefungZahlen zu Arbeitszeit und Gender Gaps
Frauen arbeiten (bezahlt und unbezahlt) täglich 7,28 Stunden, Männer 6,44. Bezahlt werden nur etwa 41 % der Arbeit der Frauen, aber über 80 % jener der Männer.
In Österreich: Gender Pay Gap rund 19 %, Gender Care Gap 98 % (Frauen leisten fast doppelt so viel Sorgearbeit), Gender Pension Gap rund 46 %.

Prüfungsfalle: Das Doppelverdienende-Modell macht Frauen nicht automatisch gleichgestellt: Die unbezahlte Arbeit bleibt ungleich verteilt.

6 Arbeitsmarkt, Digitalisierung und Plattformarbeit ★★

Globalisierung und Arbeitsmarkt

Kapital ist mobiler als Arbeit. Das schwächt die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften.
Standardisierte Industrie wanderte in Billiglohnländer, im Westen kam es zu Deindustrialisierung. Gut bezahlte Industrieberufe gingen verloren.
Der Arbeitsmarkt polarisiert sich: gut bezahlte Wissensberufe (Finanz, Marketing, Beratung) auf der einen Seite, prekäre Dienstleistungen (Leiharbeit, Teilzeit, Pflege, Transport) auf der anderen.

Digitalisierung und Plattformarbeit

Freelancing (z. B. Programmieren, Design) ist oft gut bezahlt. Clickarbeit/Crowdworking (kurze, monotone Mikroaufgaben) ist schlecht bezahlt, ohne Verhandlungsspielraum und kaum abgesichert.
Plattformunternehmen behandeln Beschäftigte meist als Selbstständige (Scheinselbstständigkeit, wenig Arbeits- und Sozialrechte), bezahlen nach Stücklohn (Nachfragerisiko beim Beschäftigten) und setzen kaum eigenes fixes Kapital ein. So können sie leicht abziehen, wenn Beschäftigte sich organisieren.
VertiefungTransnationale Arbeitsmärkte

Digitale Arbeitsmärkte sind transnational und gleichen Löhne an: im Süden oft eine Verbesserung, im Norden Lohndruck vor allem im Niedriglohnbereich.

VertiefungWer profitiert von Plattformen?

Kundschaft profitiert von Bequemlichkeit und niedrigen Preisen, die Plattform vom Profit, beides oft zulasten der Beschäftigten. Die erzeugten Daten eignet sich die Plattform an.

7 Wohlfahrtsregime nach Esping-Andersen: Überblick ★★★

Dieses Thema ist besonders wichtig. Es geht darum, wie Staaten ihre Bürger:innen gegen soziale Risiken absichern.

Grundbegriffe

Wohlfahrtsstaat: stellt wohlfahrtsstaatliche Infrastruktur (Bildung, Gesundheit, Wohnen) und Geldleistungen (Pension, Arbeitslosengeld, Pflegegeld) bereit, finanziert über ein progressives Steuersystem.
Gewährleistungs- bzw. Versorgungsverantwortung: Der öffentliche Sektor ist für die Grundversorgung verantwortlich, kann sie aber selbst erbringen oder an Private delegieren (z. B. durch Konzessionen).
Kommodifizierung: Leistungen werden zur Ware und sind nur gegen Geld erhältlich. Dekommodifizierung: Leistungen gelten als soziales Recht und sind nicht (nur) käuflich.
Wohlfahrtsregime: idealtypische Form, wie der Staat soziale Risiken absichert (Gøsta Esping-Andersen).
Drei Wohlfahrtsregime nach Esping-Andersen: liberal, konservativ, sozialdemokratisch.Liberal USA, UKKonservativ Österreich, DeutschlandSozialdemokratisch Skandinavien
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Drei Wohlfahrtsregime nach Esping-Andersen: liberal, konservativ, sozialdemokratisch.
RegimeLänderLeitidee
LiberalUK, USASozialhilfe nur für „Bedürftige“
KonservativDeutschland, Österreich, FrankreichVersicherung, an Erwerbsarbeit gekoppelt
SozialdemokratischSkandinavien (v. a. Schweden)gute öffentliche Leistungen für alle

Vergleich auf einen Blick

RegimeKommodifizierungTypisches Problem
Liberalhoch (Märkte für Daseinsvorsorge)Stigma, Dualisierung
KonservativDekommodifizierung für InsiderOutsider, Last bei Frauen
SozialdemokratischDekommodifizierung für alleDruck durch Privatisierung

Prüfungsfallen:

Konservativ unterscheidet Insider/Outsider; liberal hat hohe Kommodifizierung.
Im sozialdemokratischen Regime werden Kinderbetreuung und Pflege öffentlich, nicht über den Markt bereitgestellt.

8 Liberales und konservatives Regime ★★★

Liberales Regime

Menschenbild: unabhängiges Individuum. Der Staat hilft nur jenen, die nicht für sich selbst sorgen können (Kleinkinder, Kranke): ein Sozialhilfestaat.
Kontrollen gegen Missbrauch kosten Bürokratie und stigmatisieren. Wer kann, meidet Sozialleistungen. Mittelschicht und Gutverdienende nutzen private Schulen, Pensionen und Krankenversicherungen.
Hohe Kommodifizierung von Bildung, Wohnen, Gesundheit und Pflege. Daraus folgt Dualisierung: schlechte Qualität für Bedürftige, gute Marktleistungen für die Zahlungskräftigen.

Einfach erklärt: Liberal ist wie Notfallapotheke für Arme und Privatklinik für alle, die zahlen können.

VertiefungLiberal: New Public Management, Studienkredite, Pflege
New Public Management: Management-Methoden der Privatwirtschaft im öffentlichen Sektor. Kurzfristige Punkt-Effizienz bestimmt die Daseinsvorsorge, Reserven gelten als „ineffizient“. In Krisen (Corona) fehlen dann Puffer und Redundanz.
Hochschulbildung wird zur Dienstleistung mit Studienkrediten: Studierende starten verschuldet. Pflege wird gekürzt und auf Familien (meist Frauen) abgewälzt.

Konservatives Regime

Statuserhaltend: Es sichert in vorübergehender Not einen standesgemäßen Lebensstandard. Wurzeln: mittelalterliche Zünfte und katholische Soziallehre.
Versicherungsprinzip: Man zahlt ein, um im Notfall entschädigt zu werden. Zugang hängt von der Teilnahme am Arbeitsmarkt ab.
Insider (Versicherte) und Outsider (nicht oder schlecht Versicherte, z. B. Migrant:innen, Alleinerziehende).
Setzt auf Geldleistungen. Kinderbetreuung und Pflege passieren großteils in der Familie, meist unbezahlt durch Frauen.
VertiefungÖsterreich als Mischform

In Österreich gibt es Elemente anderer Regime: sozialdemokratisch (freier Hochschulzugang für Staatsbürger:innen, kommunale Wohnungen), zunehmend liberal (Studiengebühren in Lehrgängen, Pflegegeld als Geldleistung, das 24-Stunden-Pflege durch Migrant:innen fördert, Dualisierung am Wohnungsmarkt).

9 Sozialdemokratisches Regime und Hybride ★★★

Sozialdemokratisches Regime

Universelle soziale Rechte: öffentliche Infrastruktur in guter Qualität für alle, auch für Besserverdienende. Das heißt (teilweise) Dekommodifizierung von Alterssicherung, Bildung, Wohnen, Gesundheit und Pflege.
Schulbesuch kostet nichts, Gemeinde- und Sozialwohnungen sind nicht nur für die Ärmsten. Politik der Vollbeschäftigung.
Blütezeit im Wohlfahrtskapitalismus. Schweden war Vorbild für Kreisky.
VertiefungSchweden wurde liberaler

Privatisierungen, Liberalisierung bei Wohnen und Bildung, geringere Sozialausgaben, schneller wachsende Ungleichheit. Verlierer sind die In-Betweener am Wohnungsmarkt: Sie verdienen zu viel für Wohnbeihilfe und zu wenig für Eigentum (Junge, Teile der Mittelschicht).

Hybrid und im Wandel

Östliche Länder und der globale Süden sind in Esping-Andersens Studie nicht erfasst und schwer zuzuordnen.
Regime unterscheiden sich geografisch, ändern sich über die Zeit und mischen Elemente. Um den Leistungsumfang (Familienaufgabe, soziales Recht oder Marktgut?) wird immer politisch gestritten.
VertiefungUngarn als Hybridmodell

Ungarn gilt als Hybridmodell im Übergang. Es hatte Elemente des konservativen Regimes (Habsburger Zeit), im Staatssozialismus eine für alle zugängliche Versorgung (ähnlich sozialdemokratisch, niedrigeres Niveau). Nach 1989 stärkten Reformen liberale Elemente. Unter Orbán dominiert ein konservatives Modell mit klarer Insider/Outsider-Trennung (Roma werden marginalisiert).

Prüfungsfallen:

Viele Staaten lassen sich nicht eindeutig einem Regime zuordnen. Ungarn ist nicht einfach „konservativ wie Österreich“, sondern ein Hybrid im Wandel.
Bei Grafiken gilt: Korrelation ist nicht Kausalität. Ein Zusammenhang zwischen Ungleichheit und etwa Gesundheitswerten ist kein Beweis für eine Ursache. Aussagen mit „immer“ oder „jeweils die besten“ sind meist falsch.

10 Neue Sozialstruktur ★★

Die neoliberale Zeit hat die breite Mittelschicht des Wohlfahrtskapitalismus aufgespalten. Das verändert auch die Politik.

Vier Gruppen (nach Reckwitz, mit Sinus-Milieus Österreich)

GruppeAnteilMerkmale
Neue Mittelschicht~35 %städtisch, hoch gebildet, kosmopolitisch
Traditionelle Mittelschicht~40 %Stadtrand/Land, Arbeits- und Familienethos
Top 1 %1 %Kapitaleinkommen, Managementgehälter
Prekäre Schicht> 25 %arbeitslos oder prekär beschäftigt
Neue Mittelschicht: Kosmopolitische Individualisten, Performer, Postmaterielle, Progressive Realisten. Wertet Besonderheit, Diversität, Selbstverwirklichung. Ökologisches Verhalten ist Distinktion, am Markt gekauft (z. B. ein Elektroauto), trotz hohem Fußabdruck (viel Fliegen). Träger des progressiven Neoliberalismus, kulturell dominant.
Traditionelle Mittelschicht: Konservativ-Etablierte, Nostalgisch-Bürgerliche, Adaptiv-Pragmatische Mitte, besser gestellte Traditionelle. Status wird materiell (Auto, Ausstattung) definiert, traditionelle Geschlechterrollen, teils nationalistische Haltungen. Ihre Werte geraten in die Defensive.
Top 1 %: wenige Konservativ-Etablierte und Performer. Mit ihrem Vermögen können sie Rahmenbedingungen am leichtesten beeinflussen.
Prekäre Schicht: schlechter gestellte Traditionelle, Konsumorientierte Basis, Hedonisten. Dazu das neue Dienstleistungsproletariat (Reinigung, Supermarkt, Pflege, Ernte): wichtig, aber schlecht bezahlt und kaum abgesichert.
Die Gruppen konkurrieren um Hegemonie (kulturelle Vorherrschaft). Die Fähigkeit zu demokratischem Kompromiss sinkt.

11 Demokratie in der Krise ★★

Kelsen und die Krise der Demokratie

Kelsen: Demokratie ist kollektive Selbstbeschränkung. Macht wird nicht abgeschafft, sondern beschränkt und genutzt, um das Zusammenleben zu gestalten. Er unterscheidet soziale (positive) Freiheit von bloßer negativer Freiheit.
Weltweit wachsen elektorale Demokratien (Wahlen ohne liberale Spielregeln) und Autokratien. Sie behandeln Gegner als Feinde und schränken Opposition, Medien und Justiz ein (Ungarn, Polen).
VertiefungÖsterreichs Demokratiegeschichte
Polarisierung der Zwischenkriegszeit, Bürgerkrieg 1934, Austrofaschismus (1934–38), Nationalsozialismus. Nach 1945 stabilisierte die Sozialpartnerschaft die Verfassung, unter Kreisky (1970–83) festigten Reformen die liberale Demokratie.
Neoliberal bröckelt die Vorherrschaft von SPÖ und ÖVP: bis in die 1980er über 90 %, heute etwa 50 %. Rechts gewann die FPÖ, links entstanden die Grünen, später die NEOS.

Zweidritteldemokratie, Macht und Autorität

Zweidritteldemokratie: Das untere Einkommensdrittel findet kaum Gehör. Gründe: Parlamente sind akademisch geprägt, Menschen mit wenig Einkommen wählen seltener, Nicht-Staatsangehörige (16 % der Bevölkerung in Österreich, in Wien rund ein Drittel) dürfen nicht wählen.
Demokratische Autorität (nach Kelsen): Recht und Pflicht von demokratisch legitimierten Entscheidungstragenden, verbindliche Regeln zu setzen. Ihre Krise zeigte sich in Corona-Protesten.
Regeln und Verbote sind Grundlage von Freiheit. Wie eine Ampel einschränkt, aber allen sichere Fahrt ermöglicht, schaffen Regeln erst die Bedingungen, unter denen viele frei sein können. Die eigentliche Frage ist, welche Regeln es geben soll.
VertiefungMachtkonzentration und Überwachungskapitalismus
Konzentration von Vermögen führt zu Konzentration von Macht (Medien, Lobbying). Politik verlagert sich ins Private, das nicht demokratisch kontrolliert wird, und es entsteht ein gleichzeitiger Legitimationsverlust.
Überwachungskapitalismus (Zuboff): Verhaltensdaten werden versteckt gesammelt, zu Privateigentum der Konzerne und für Vorhersagen verkauft (Werbung, politischer Wettbewerb). Echokammern und Filterblasen zeigen nur Passendes und verstärken die Hyperindividualisierung.

Prüfungsfallen:

Kelsen sieht Demokratie nicht als Abschaffung von Macht, sondern als deren Beschränkung.
Zweidritteldemokratie heißt nicht, dass zwei Drittel regieren, sondern dass das untere Drittel nicht vertreten wird.

12 Anthropozän: Mitwelt, Holozän, Beschleunigung ★★

Wirtschaft ist nicht nur in Gesellschaft, sondern auch in Natur eingebettet. Menschen brauchen Ressourcen, Ökosysteme und ein menschenfreundliches Klima.

Mitwelt statt Umwelt

Biosphäre: alle Bereiche der Erde, in denen Leben vorkommt. Ökosystem: Beziehungsgefüge der Lebewesen untereinander und mit ihrem Lebensraum.
„Umwelt“ ist ein dualistisches Wort (hier der Mensch, dort die Umgebung). Die soziale und politische Ökologie kritisiert das. Natur ist Mitwelt, nicht äußerlich und unberührt. Je nach Wirtschaftsweise und Machtverhältnissen entstehen unterschiedliche gesellschaftliche Naturverhältnisse.
VertiefungUmwelt, Externalitäten und die Trennung der Wissenschaften

Das Wort „Umwelt“ steckt hinter der Trennung von Natur- und Sozialwissenschaften und hinter dem Denken in Externalitäten (Umweltschäden als „äußere“ Effekte).

Holozän, Wachstum, Beschleunigung

Holozän (seit etwa 11.700 Jahren): außergewöhnlich stabiles, warmes Klima (Schwankung unter 1 °C). Es ermöglichte Zivilisationen und Landwirtschaft. Erdgeschichtlich ist es eine Ausnahme.
Bis etwa 1700 stagnierte das Pro-Kopf-Einkommen, danach wuchsen Wirtschaftsleistung, Bevölkerung und Ressourcenverbrauch exponentiell.
Große Beschleunigung: exponentielles Wachstum vieler biophysischer und sozioökonomischer Indikatoren (Bevölkerung, Wirtschaft, Abholzung) seit der Massenkonsumgesellschaft nach 1945.
Große Beschleunigung: Viele Kurven (Bevölkerung, Energie, CO₂, Konsum) schießen ab 1945 steil nach oben.Große BeschleunigungBevölkerung · Energie · CO₂ · Konsum1945Zeit
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Große Beschleunigung: Viele Kurven (Bevölkerung, Energie, CO₂, Konsum) schießen ab 1945 steil nach oben.
VertiefungUnbeabsichtigte Konsequenzen des Erfolgs

Die Folgen sind unbeabsichtigte Konsequenzen der kapitalistischen Erfolgsgeschichte: Freiheits- und Wohlstandsgewinne gingen mit Ausbeutung von Natur und Mensch einher.

13 Exponentielles Wachstum und Anthropozän ★★

Exponentielles und lineares Wachstum

Linear: Jedes Jahr kommt derselbe Betrag dazu.
Exponentiell: Jedes Jahr kommt derselbe Prozentsatz dazu. Weil die Basis wächst, wird auch der Zuwachs immer größer.
Zuerst wirkt der Unterschied klein, dann wird er gewaltig. Bei Verdopplungsprozessen ist die Hälfte erst eine Verdopplung vor dem Ende erreicht.

Einfach erklärt: Ein Kaffeehaus macht 10.000 € Umsatz. Variante A: Es kommen jedes Jahr 1.000 € dazu (linear). Variante B: Jedes Jahr kommen 10 % dazu (exponentiell). Nach 10 Jahren steht A bei 20.000 €, B bei rund 25.900 €. Nach 30 Jahren steht A bei 40.000 €, B bei rund 174.000 €. Faustregel: Mit 70 geteilt durch den Prozentsatz erhältst du die Verdopplungszeit (hier etwa 7 Jahre).

Gleicher Startwert, gleicher Zuwachs von 15 %: Linear (schwarz) kommt jedes Jahr derselbe Betrag dazu, exponentiell (blau) wächst der Zuwachs selbst – die Kurve wird immer steiler.MengeZeitexponentiell: +15 % pro Jahrlinear: gleicher Betrag pro Jahrgleicher Start
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Gleicher Startwert, gleicher Zuwachs von 15 %: Linear (schwarz) kommt jedes Jahr derselbe Betrag dazu, exponentiell (blau) wächst der Zuwachs selbst – die Kurve wird immer steiler.

Anthropozän

Anthropozän (Paul Crutzen): neues Erdzeitalter nach dem Holozän, in dem der Mensch geologische, biologische und atmosphärische Prozesse entscheidend prägt (griechisch anthropos = Mensch).

Der CO₂-Gehalt der Atmosphäre ist so hoch wie seit etwa vier Millionen Jahren nicht mehr.
VertiefungSpuren im Gestein und im menschlichen Körper
Es gibt geologische Spuren (Eisbohrkerne, Sedimente) und neue Substanzen (Kunststoffe, Pestizide, Radionuklide aus Atomtests).
Auch der menschliche Körper verändert sich: Chronische Krankheiten sind Haupttodesursache, Mikroplastik zirkuliert im Blut. Seit den 1970ern werden Gesundheitsrisiken oft per Nutzen-Kosten-Analyse abgewogen und wegen wirtschaftlichen Nutzens akzeptiert.

Prüfungsfalle: Der Ressourcenverbrauch steigt seit 1945 exponentiell, nicht linear. Das Holozän ist die Zeit des stabilen Klimas, das Anthropozän die Zeit der menschlichen Prägung.

14 Klimakrise: Ursachen und Folgen ★★★

Hier geht es beispielhaft um zwei Belastungsgrenzen der Erde: das Klima und die biologische Vielfalt.

Ursachen

Treibhausgase (THG) halten Wärme in der Atmosphäre zurück. Ihre Konzentration ist heute so hoch wie seit 800.000 Jahren nicht mehr.
CO₂ entsteht v. a. bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Methan (CH₄) entsteht bei fossiler Förderung, in der industriellen Landwirtschaft und auf Mülldeponien. Lachgas (N₂O) entsteht bei Verbrennung und bei der Düngung mit Stickstoff.
GasVerweildauerWirkung (100 Jahre)
CO₂10–500 Jahre1 (Referenz)
Methanca. 12 Jahre28
Lachgasca. 121 Jahre265
Die Wirkung wird als CO₂-Äquivalent umgerechnet. Der Fokus liegt trotzdem auf CO₂, weil die Mengen am größten sind.
Zeitverzögerung: Weil die Gase lange wirken, wirken Reduktionen erst spät.
VertiefungEmissionen Österreichs

Österreich stößt jährlich rund 66 Mio. t CO₂, 7 Mio. t Methan und 4 Mio. t Lachgas aus.

Folgen: Kipppunkte

Kipppunkte: Schwellenwerte, bei deren Überschreiten abrupte, oft unvorhersehbare und sich gegenseitig verstärkende Veränderungen eintreten. Die Erwärmung ist daher nicht linear.

Permafrost taut, setzt Methan frei, das die Erwärmung beschleunigt.
Schmelzende Eisflächen verlieren ihre Kühlfunktion (sie reflektieren Sonnenlicht), das dunkle Wasser nimmt mehr Wärme auf.
Erhitzung und Versauerung töten Plankton, das CO₂ bindet und Sauerstoff erzeugt.
VertiefungWeitere Folgen: Hitze, Gesundheit, Klimaflucht
Schmelzende Eisschilde und Gletscher, steigende und versauernde Meere, mehr Hitzetage (in Österreich verdoppelt bis verdreifacht), heftigere Niederschläge, Überflutungen, Dürren, Waldbrände.
Gesundheit: Laut WHO die größte Gesundheitsbedrohung. Zwischen 2030 und 2050 werden jährlich rund 250.000 zusätzliche Todesfälle erwartet (Unterernährung, Hitze, Malaria, Zoonosen, Cholera).
Klimaflucht: Wetterextreme vertreiben jährlich über 20 Mio. Menschen, bis 2050 laut Weltbank bis zu 216 Mio. Klimakrisen gelten nicht als Asylgrund. Knappheit erhöht das Konfliktrisiko.

Prüfungsfallen:

Der Klimawandel verläuft nicht linear (Kipppunkte), und Regionen erwärmen sich unterschiedlich stark.
Kohlendioxid hat bei der Wirkung pro Einheit den geringsten Faktor, wird aber wegen der Menge betont.

15 Klimaziele, CO₂-Budget und NDCs ★★★

Klimaziele und Budget

Paris 2015: Erwärmung auf „deutlich unter 2 °C“, möglichst 1,5 °C begrenzen (gegenüber vorindustriell). Bisher sind es etwa 1,1 °C.
CO₂-Budget: Wie viel noch ausgestoßen werden darf. Ab 2020 bleiben für 1,5 °C (mit 66 % Wahrscheinlichkeit) etwa 400 Gt, für 2 °C etwa 1.150 Gt. Bei den derzeitigen rund 42 Gt pro Jahr wäre das 1,5-°C-Budget schon 2029 aufgebraucht.
IPCC-Pfad für 1,5 °C: Emissionen spätestens 2025 am Höhepunkt, bis 2030 −48 % gegenüber 2019, Netto-Null 2050. Für 2 °C: −27 % bis 2030, Netto-Null ab 2070.
Netto-Null: Es wird nur so viel emittiert, wie gleichzeitig gebunden wird (Wälder, Böden, Ozeane oder Technik).
NDCs (national festgelegte Beiträge): freiwillige Selbstverpflichtungen der Staaten. Selbst bei voller Umsetzung führen sie zu etwa 2,6 °C, mit nur bereits beschlossenen Maßnahmen zu etwa 2,8 °C.

Einfach erklärt: Wenn eine Lerngruppe vereinbart, bis zur Prüfung alle Kapitel zu schaffen, aber jede nur zusagt, die Hälfte ihres Teils zu lernen, reicht das nicht, selbst wenn alle Wort halten.

VertiefungFolgen bei 1,5 °C und bei 2 °C
Folgebei 1,5 °Cbei 2 °C
Extreme Hitzewellen (Bevölkerung)14 %37 %
Insektenverlust6 %18 %
Korallensterben70–90 %99 %
VertiefungNegative Emissionstechnologien

Viele Szenarien setzen auf noch unerprobte negative Emissionstechnologien (BECCS, DAC). Kritische Forschung hält es für unverantwortlich, damit zu planen.

VertiefungVerteilungskonflikt

Reiche Länder wünschen Einschränkungen in China und Indien. Diese verweisen auf die historische Verantwortung des Nordens, der 200 Jahre lang einseitig das Budget beansprucht hat. Wettbewerbsorientierung erschwert die Kooperation beim Schutz globaler Gemeingüter.

16 Rebound-Effekt und Energiewende ★★★

Rebound-Effekt

Rebound-Effekt (Jevons): Effizienz macht etwas billiger, daher wird mehr verbraucht und die Einsparung teilweise wieder aufgehoben. Jevons beobachtete, dass sparsamere Dampfmaschinen den Kohleverbrauch erhöhten.

Einfach erklärt: Du tauschst die Glühbirnen gegen sparsame LED. Strom wird billiger, also lässt du mehr Lampen länger brennen. Ein Teil der Ersparnis geht verloren.

Rebound-Effekt als Kreislauf: Effizienz steigt → Kosten sinken → Verbrauch steigt → die Einsparung schrumpft (teilweise oder ganz).① Effizienz steigt② Kosten sinken③ Verbrauch steigt④ Einsparung schrumpft
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Rebound-Effekt als Kreislauf: Effizienz steigt → Kosten sinken → Verbrauch steigt → die Einsparung schrumpft (teilweise oder ganz).
Punkt-Effizienz senkt den Verbrauch daher nicht automatisch.
Es gibt keine echte Energiewende, sondern ein Hinzufügen neuer Energieträger: Fossile steigen absolut weiter (rund 80 % der Primärenergie), Erneuerbare decken nur den Mehrbedarf.
VertiefungWie eine echte Wende aussähe
Eine echte Wende wäre disruptiv, wie ein historisches Beispiel (Kuba nach 1991) zeigt: Es gab Einschnitte, aber auch gesundheitliche Vorteile.
Für eine 50-%-Chance auf 1,5 °C müssen 58 % der Öl-, 56 % der Gas- und 89 % der Kohlereserven im Boden bleiben.

Prüfungsfallen:

Der Rebound-Effekt hat nichts mit der Übernahme von Innovationen zu tun, sondern beschreibt Mehrverbrauch durch Effizienz.
Der Ausbau Erneuerbarer allein reicht wegen Rebound und wachsendem Energiebedarf wahrscheinlich nicht.

17 Biodiversitätskrise ★★★

Biodiversität: mehr als Artenvielfalt, nämlich auch genetische Vielfalt (Erbanlagen innerhalb der Arten) und Vielfalt der Ökosysteme.

Die Biosphäre liefert Luft, Wasser, Boden und Bestäubung und regelt das Klima. In Österreich sind nur 18 % der Lebensraumtypen in günstigem Zustand.
Wir befinden uns im sechsten Massenaussterben der Erdgeschichte (das letzte endete mit den Dinosauriern).

Direkte Ursachen

1Land- und Meeresnutzungswandel (Hauptursache), v. a. durch Landwirtschaft, außerdem Straßen und Bodenversiegelung
2Übernutzung (Jagd, Fischerei)
3Klimawandel (künftig die Hauptursache)
4Verschmutzung
5Invasive Arten

Landwirtschaft: Sie beansprucht die Hälfte der bewohnbaren Fläche, 77 % davon für Fleisch und Milch, die nur 18 % der Kalorien liefern. Landwirtschaft ist Mitverursacherin und Hauptbetroffene zugleich.

VertiefungZahlen zum Artenverlust
Menschen haben 75 % der Landfläche und 40 % der Ozeane stark verändert, 85 % der Feuchtgebiete sind verschwunden.
Wirbeltierpopulationen schrumpften seit 1970 im Schnitt um 69 % (Süßwasser −83 %, Lateinamerika −94 %). Menschen und Nutztiere machen 96 % der Säugetierbiomasse aus. Rund 1 Mio. Arten sind bedroht.
VertiefungLandwirtschaft und Futtermittel

Der große Flächenbedarf für Fleisch und Milch liegt am Futtermittelanbau: Für eine tierische Kalorie braucht es durchschnittlich sieben pflanzliche. 85 % der bedrohten Arten sind durch Landwirtschaft gefährdet. Seit 1990 gingen 75 % der pflanzengenetischen Ressourcen verloren.

VertiefungWechselwirkungen, Ziele und One Health
Wechselwirkung: Klima- und Biodiversitätskrise verstärken einander (z. B. setzt Abholzung CO₂ frei und vernichtet Lebensräume).
Jenga-Bild: Man kann lange Steine entfernen, ohne dass der Turm fällt, doch niemand weiß, welcher Stein der letzte war. So reagieren auch Ökosysteme bis zum Kipppunkt.
Amazonas: Austrocknung, Brände und Rodung haben ihn zur Kohlenstoffquelle statt -senke gemacht.
Aichi-Ziele (2010) für 2020: kein einziges erreicht. Montreal 2022: 30 % der Land- und Wasserflächen bis 2030 unter Schutz, Pestizidrisiko halbieren, schädliche Subventionen um 500 Mrd. US-Dollar jährlich senken.
One Health: Gesundheit von Mensch, Tier, Pflanze und Mitwelt hängt zusammen. Zerstörte Ökosysteme erhöhen das Risiko von Zoonosen. Schadstoffe in Luft, Wasser und Boden verursachen jährlich rund 9 Mio. Todesfälle.

Prüfungsfalle: Hauptursache des Artenverlusts ist heute der Landnutzungswandel, nicht der Klimawandel. Beide beeinflussen sich aber gegenseitig.

18 Wer verursacht die Krise und warum ändert sich so wenig? ★★★

Obwohl vieles bekannt ist, ändern sich Strukturen kaum. Das lässt sich mit Machtverhältnissen, Denkweisen und Lebensweisen erklären.

Wer verursacht die Krise?

Nicht „die Menschheit“, sondern bestimmte Gruppen und eine expansive Wirtschaftsweise. Rund 100 fossile Konzerne verursachen etwa zwei Drittel der historischen CO₂- und Methanemissionen.
Laut APCC-Bericht ist klimafreundliches Leben für Einzelne derzeit schwierig. Es braucht geänderte Strukturen, Rahmenbedingungen statt Appelle.
VertiefungEmissionen der Reichen

Die Top 10 % der Haushalte stießen 1990–2019 fast 50 % der THG aus, das Top 1 % 23 %. Auch innerhalb von Ländern gibt es also große Unterschiede zwischen Grundbedürfnis und Luxus.

Zu wenig wirksame Umweltforschung

Die Neoklassik betrachtet Wirtschaft getrennt von biophysischen Prozessen. Die Umweltökonomik bewertet Natur in Geld (Nutzen-Kosten-Analysen), nach dem Motto „was keinen Preis hat, ist nichts wert“. Sie setzt auf grünes Wachstum und auf schwache Nachhaltigkeit.
Punkt-Effizienz: dasselbe wie bisher tun, nur sparsamer. Systemische Effizienz würde die gesamten Folgen betrachten. Ein E-Auto ist punkt-effizient (weniger Emissionen beim Fahren), aber nicht systemisch effizient (Rohstoffabbau, Flächenbedarf).
VertiefungNaturwissenschaftliche Dominanz und die Bilanz
Die Umweltforschung war lange naturwissenschaftlich dominiert. Sozialwissenschaften kamen erst im sechsten IPCC-Bericht (2022) systematisch vor.
Ergebnis: Die globale Energienachfrage stieg 2000–2022 um knapp 40 %, rund 80 % davon sind fossil. 50 Jahre nach dem Club-of-Rome-Bericht (Grenzen des Wachstums) hat sich vieles verschlechtert. Die Wirtschaftsweise selbst ist der zentrale Treiber.

Prüfungsfalle: Ein E-Auto ist punkt-effizient, aber nicht automatisch systemisch effizient.

19 Lebensweise und imperiale Lebensweise ★★★

Lebensweise

Lebensweise (Rahel Jaeggi): selbstverständliche, eingelebte Routinen und institutionelle Rahmenbedingungen. Lebensstil: individuelle Wahl innerhalb einer Lebensweise. Beide sind menschengemacht und veränderbar, anders als das Wetter.

Einfach erklärt: In einer Gegend ohne Bahn gehört das Auto zur Lebensweise. Ob es ein Kleinwagen oder ein SUV ist, ist Lebensstil.

Imperiale Lebensweise

Imperiale Lebensweise (Brand und Wissen): Menschen im Norden leben auf Kosten anderer, v. a. im Süden. Das passiert meist unbewusst: Produktionsgeschichten und Folgen bleiben unsichtbar (Rohstoffabbau, Soja für Futtermittel). Naturräume werden für Ressourcen und Müllsenken zerstört.
Es klafft eine Lücke zwischen Anspruch (SDGs, Klimaziele) und Realität (fossile Infrastruktur). Auch Mittelschichten im Süden übernehmen die Lebensweise.
VertiefungAmerican Way of Life

Der American Way of Life (Massenkonsum, Auto, Einfamilienhaus, staatlich gefördert, durch Werbung zur Norm gemacht) war eine Zeit lang eine erfolgreiche Problemlösung und wurde weltweit nachgeahmt. Er geriet in die Krise durch Ungleichheit und ökologische Kritik.

VertiefungFreiheitsversprechen und Hyperindividualisierung

Legitimiert wird die imperiale Lebensweise über das individuelle Freiheitsversprechen. Wer „unseren Lebensstil“ verteidigt, meint oft die freiheitliche Ordnung. Hyperindividualisierung weist Eingriffe in Routinen als autoritär zurück. Dann gerät universelle Gleichheit in Konflikt mit dem Recht, im Konsum unbehelligt zu bleiben.

Prüfungsfalle: Die imperiale Lebensweise wird meist unbewusst gelebt. Sie ist kein bewusster Plan.

20 Ökologisch ungleicher Tausch ★★★

Ökologisch ungleicher Tausch: Produkte mit hohem ökologischem Gebrauchswert (viel Fläche, Rohstoffe, Energie) werden gegen Produkte mit niedrigem getauscht. Der Norden verbraucht mehr als die Biokapazität seines Gebiets und deckt den Rest über Importe aus dem Süden. Daraus entsteht eine ökologische Verschuldung des Nordens.

Klimaungerechtigkeit: Der Norden verursachte die Krise und ist weniger betroffen als der Süden. Das bleibt in der Debatte meist folgenlos.
Das Pariser Abkommen misst produktionsbasierte Emissionen. Konsumbasierte Emissionen, die in reichen, offenen Ländern (Österreich, Skandinavien) hoch sind, fallen so unter den Tisch. Ausgelagerte Produktion sieht dann wie Klimaerfolg aus.
VertiefungHistorische Beispiele für ungleichen Tausch
Beispielwerte beim ungleichen Tausch: 1973 lag der Verbrauch Großbritanniens bei 377 % und Westdeutschlands bei 292 % der eigenen Biokapazität.
Historisch stieß Großbritannien bis 1825 etwa 80 % der weltweiten Emissionen aus und holte Rohstoffe aus der Peripherie.
VertiefungKohlenstoff-Demokratie (Timothy Mitchell)

Kohle ist sperrig und arbeitsintensiv, daher konnten Bergarbeitergewerkschaften streiken und politische Macht gewinnen. Öl ist leichter kontrollierbar und schwächte die Arbeiterbewegung. Im 20. Jh. stieg Öl von 5 % (1910) auf 60 % (1970) des Weltenergieverbrauchs.

VertiefungZerstörerische Kreativität

Zerstörerische Kreativität (im Gegensatz zu Schumpeters „schöpferischer Zerstörung“): Militär und Krieg zerstören Natur (Napalm, DDT, Kriegstechnik wurde in der Fischerei zur Überfischung eingesetzt). Frieden und Abrüstung sind gut fürs Klima.

Prüfungsfalle: Ökologisch ungleicher Tausch meint den Tausch unterschiedlicher ökologischer Gebrauchswerte, nicht unterschiedlicher Preise.

21 Offsetting und Klimapolitik ★★★

Offsetting und nature-based solutions

Offsetting (Kompensation): Emissionen „ausgleichen“, indem man für den Erhalt oder die Wiederherstellung von Kohlenstoffsenken (z. B. Wäldern) zahlt.

Dauerhaftigkeit: Ein aufgeforsteter Wald kann wieder zerstört werden.
Doppelzählung: Dieselbe Waldfläche wird mehreren Zielen angerechnet.
Zeitlichkeit: Neu gepflanzte Bäume wachsen zu langsam für die Ziele bis 2030.
Es beruht auf schwacher Nachhaltigkeit (Zerstörung wird anderswo „ersetzt“).
Oft führt es zu Landraub und Vertreibung im Süden: Kohlenstoff-Neokolonialismus. Für Zahlungskräftige ist es eine Lizenz für „weiter wie bisher“.

Umweltbewegung und Klimapolitik

Klimaschutz (mitigation): Emissionen senken (z. B. Windkraft). Klimawandelanpassung (adaptation): sich an die Folgen anpassen (z. B. Hochwasserschutz). Die Trennung erschwert eine integrierte Politik, besonders die Verbindung von Klima- und Sozialpolitik.
Bewusstsein wächst, doch Verbrauch und Emissionen steigen weiter: Es fehlen Rahmenbedingungen, die Wissen in Handeln übersetzen.
VertiefungUmweltbewegung seit den 1970ern

Seit den 1970ern ist Umweltschutz Politik (Umweltministerien, Aarhus-Konvention 1998, IPCC), der Erfolg blieb bescheiden. Initiativen für Alltagspraxis (Transition Towns, urban gardening) blieben in Nischen, Fridays for Future war 2019 sehr einflussreich.

VertiefungLiberaler Wertepluralismus und Freiheit

Liberaler Wertepluralismus („Konsum ist Privatsache“) übersieht: Freiheiten beruhen auf Rahmenbedingungen, die andere Freiheiten einschränken. Autofreiheit nimmt Menschen ohne Auto Spielraum und künftigen Generationen ein stabiles Klima. Demokratie heißt, Freiheit und gesellschaftlichen Zwang abzuwägen.

Prüfungsfalle: Offsetting löst das Problem nicht, sondern verschiebt es und beruht auf schwacher Nachhaltigkeit.

Checkliste: Das musst du können

Ich kann die zwei Menschenbilder und Therborns drei Arten von Ungleichheit erklären.
Ich kann die Elefantenkurve beschreiben und erklären, warum Ungleichheit zwischen Ländern sank und innerhalb stieg.
Ich kann die U-Kurve der Gleichheit im Norden und den Gini-Koeffizienten erklären.
Ich kann Hyperindividualisierung mit den drei Erklärungen (Putnam, Blühdorn, Fraser) erklären.
Ich kann die drei Wohlfahrtsregime mit Kommodifizierung, Insider/Outsider und Dualisierung vergleichen und Hybride wie Ungarn einordnen.
Ich kann die neue Sozialstruktur, die Zweidritteldemokratie und demokratische Autorität erklären.
Ich kann Holozän, Anthropozän und Große Beschleunigung sowie lineares und exponentielles Wachstum unterscheiden.
Ich kann Kipppunkte, Pariser Ziele, CO₂-Budget und NDCs sowie den Rebound-Effekt (mit eigenem Beispiel) erklären.
Ich kann Biodiversität, ihre Hauptursachen und das sechste Massenaussterben erklären.
Ich kann imperiale Lebensweise, ökologisch ungleichen Tausch und Offsetting (Kohlenstoff-Neokolonialismus) erklären.

Fertig gelesen? Teste, ob es sitzt.

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