VWL

Volkswirtschaftslehre

Mikro- und Makroökonomie für die STEOP · 8 Kapitel · 354 Min. Lesezeit · Teil der STEOP-Prüfung „VW & ZuWi“

Formelsammlung und typische Prüfungsfallen

Formelsammlung

Grundlagen, Angebot und Nachfrage

Realpreis = Nominalpreis × (VPI_Basis / VPIt)
MRT = |Steigung der PPF| = Opportunitätskosten von Gut 1; bei Kostenminimum MRT = MC₁/MC₂
Gleichgewicht: QD = QS
Log-linear: qd = cd − εd·p, qs = cs + εs·p
p* = (cd − cs)/(εd + εs)
Nachfrageschock: Δp = Δcd/(εd+εs), Δq = εs·Δcd/(εd+εs)

Elastizitäten

EP = (ΔQ/ΔP)·(P/Q)
EI = (ΔQ/ΔI)·(I/Q)
EXY = (ΔQX/ΔPY)·(PY/QX)
Erlösmaximum bei |EP| = 1

Produktion

q = F(K,L)
APL = q/L; MPL = Δq/ΔL
MP schneidet AP im AP-Maximum
GRTS = MPL / MPK
Cobb-Douglas q = K^a·L^b: a+b >/=/< 1 → zu-/konstante/abnehmende Skalenerträge
Homogen vom Grad γ: F(sK,sL) = s^γ·F(K,L)
Skalenelastizität εS = (MPK·K + MPL·L)/Q
Verbundvorteile: C(Q₁,Q₂) < C(Q₁,0) + C(0,Q₂)

Kosten

TC = FC + VC; ATC = AFC + AVC
C = rK + ωL (Isokostengerade, Steigung −ω/r)
MC = ΔTC/Δq = ω/MPL; AVC = ω/APL
MC schneidet AVC und ATC jeweils im Minimum
Kostenminimum: MPL/MPK = ω/r ⇔ GRTS = ω/r ⇔ ω/MPL = r/MPK = MC
EC = MC / AC

Wettbewerb und Gewinnmaximierung

Gewinnmaximum: MR = MC; im Wettbewerb P = MR = MC
Gewinn mit Steuern: π = [Q(P − t) − C(Q)](1 − tπ) − T → P − t = MC
Kurzfristiges Angebot: MC oberhalb AVCmin; Stilllegung bei P < AVC
Preisuntergrenze: kurzfristig min AVC, langfristig min AC
Wertgrenzprodukt: MPL·P = ω, MPK·P = r
Langfristiges Gleichgewicht: P = LMC = LACmin, ökonomischer Gewinn = 0

Externalitäten

MSC = MC + MEC
Effiziente Emission: MEC = MCA (bzw. P = MSC)
Pigou-Steuer: t = MEC im Optimum
Zertifikate: MCAi = PE für alle Firmen

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

BIA = C + I + G; BIP = BIA + (X − M)
BNE = BIP + NPI
IN = IA − D; Kt = K_(t−1) + IA − D
LB = (X − M) + NPI + Saldo Sekundäreinkommen
KB = LB + VB (bis auf statistische Differenz)
S − Iges = LB

Makro-Zusammenhänge

BIP-Deflator P = BIPN / BIPR
gy ≈ gY − gN; yt = y₀(1+g)^t
Outputlücke x = (Y − Y)/Y
u = NU / (NE + NU)
Okun: Δu = α + β·gY (β < 0)
π = (Pt − P_(t−1))/P_(t−1); Phillips-Kurve π = π^e + κx + s
mG = ΔY/ΔG
Δb ≈ (r − g)·b_(t−1) + d^P
q = E·P/P; E^PPP = P/P; gE ≈ π* − π

Typische Prüfungsfallen

Angebot, Nachfrage und Elastizität

1Bewegung entlang der Kurve vs. Verschiebung der Kurve verwechseln.
2Bei linearer Nachfrage: Steigung ist konstant, die Elastizität nicht.
3Bei unelastischer Nachfrage kann mehr Angebot den Umsatz senken.
4Bei zwei gleichzeitigen Kurvenverschiebungen behaupten, beide Größen seien eindeutig bestimmt.
5Substitute in der Produktion wirken umgekehrt wie im Konsum: Preis von Gut 1 ↑ → Angebot von Gut 2 ↓.
6Pareto-effizient heißt nicht gerecht.
7Für Handelsgewinne zählt der komparative, nicht der absolute Vorteil.

Produktion und Kosten

1Abnehmender Grenzertrag (kurzfristig, ein Input) vs. abnehmende Skalenerträge (langfristig, alle Inputs).
2Versunkene Kosten in Entscheidungen einbeziehen – sie sind irrelevant.
3Buchhalterischer vs. ökonomischer Gewinn: Opportunitätskosten gehören dazu.
4Vergessen, dass MC die AVC- und ATC-Kurve im Minimum schneidet.
5Kurzfristige und langfristige Kostenkurven verwechseln – die LAC ist die Hüllkurve und liegt nie über der kurzfristigen ATC.

Wettbewerb und Gewinn

1Die Firmennachfragekurve (waagrecht) mit der Marktnachfragekurve (fallend) verwechseln.
2Beim Stilllegungspunkt ATC statt AVC verwenden.
3Beim Gewinnmaximum den fallenden Ast der MC-Kurve wählen.
4Nullgewinn im langfristigen Gleichgewicht falsch interpretieren – es bedeutet normale Verzinsung, nicht Not.
5Die Gewinnspanne (P − AC) ist im AC-Minimum am größten, der Gewinn aber bei P = MC.
6Gewinn- und Pauschalsteuern ändern die angebotene Menge nicht, Mengensteuern schon.

Externalitäten

1Bei Externalitäten annehmen, das effiziente Emissionsniveau sei null.
2Coase: Die Rechtszuteilung ändert die Verteilung, nicht die Effizienz.
3Bei der Steuer ist der Preis sicher, bei der Quote die Menge.

Makroökonomie

1Gebietsansässigkeit, nicht Staatsbürgerschaft, entscheidet über die Zugehörigkeit zur Volkswirtschaft.
2BIP = Inlandskonzept, BNE = Inländerkonzept.
3Positive Bruttoinvestitionen heißen nicht, dass der Kapitalstock wächst.
4LB-Überschuss ⇔ S > I ⇔ positive Kapitalbilanz (Aufbau von Auslandsforderungen).
5Disinflation ist nicht Deflation – die Preise steigen weiter.
6Arbeitslosenquote bezieht sich auf die Erwerbspersonen, nicht auf die Bevölkerung.
7Hier gilt: E ↑ = Aufwertung der Inlandswährung (Mengennotierung).
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