ZuWi · Kapitel 7/9

Globalisierung im Umbruch

Teil 3 · Umbrüche & Strategien18 Min. LesezeitRelevanz ★★★
Auf einen Blick
  • Globalisierung = weltweite Vernetzung in vier Dimensionen (ökonomisch, politisch, soziokulturell, ökologisch); sie verläuft nicht linear, Deglobalisierung unterbricht sie.
  • Erste Globalisierung 1850–1914: kolonial-liberal, extensiv, außenorientiert, Pfund-Goldstandard als „goldene Zwangsjacke“ für Staaten, Finanzwirtschaft dominiert.
  • Eingebettete Globalisierung 1945–1973: fordistisch, intensiv, binnenorientiert; Bretton Woods mit Kapitalverkehrskontrollen; Löhne als Kaufkraft; Ölkrisen beenden sie.
  • Zweite Globalisierung ab 1973: neoliberal, extensiv, außenorientiert; Finanzialisierung, WTO 1995, ISDS, Standortwettbewerb, steigende Ungleichheit innerhalb der Länder.
  • Regulationsweise = stabilisierende Spielregeln; extensiv = mehr Beschäftigte, intensiv = höhere Produktivität; Löhne sind Kostenfaktor (außen) oder Kaufkraft (innen).
  • Hyperglobalisierung geht über Freihandel hinaus: starke globale Regeln, schwache Staaten, Abbau auch nicht-tarifärer Hemmnisse.
  • Kondratjew-Wellen (40–60 Jahre): Dampf/Textil, Eisenbahn/Kohle, Elektro/Chemie, Petrochemie/Auto, IKT; Digitalisierung braucht weiter Material und fossile Energie.
  • Seit 2008 stockt der Welthandel; China wendet sich nach innen; Trump, Ukraine-Krieg und Covid verstärken selektive Deglobalisierung.
Inhalt15 Abschnitte
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1 Globalisierung: Begriff und Dimensionen ★★

Dieses Kapitel erklärt, wie sich die Weltwirtschaft in den letzten rund 200 Jahren entwickelt hat. Du brauchst diese Grundlagen für fast alle späteren Themen: Ungleichheit, Klimakrise, Finanzmärkte.

Was Globalisierung bedeutet

Globalisierung: weltweite Vernetzung, also zunehmende Verwobenheit und gegenseitige Abhängigkeit menschlicher Aktivitäten auf der Erde.

Sie ist ein langer, ungleichmäßiger Prozess und verläuft nicht gerade nach oben. Immer wieder gibt es Rückschläge, die Deglobalisierung genannt werden (z. B. durch Kriege oder Zölle).

Die vier Dimensionen

Ökonomisch: Außenhandel, internationale Arbeitsteilung, Lieferketten, globale Arbeitsmärkte und FDI (ausländische Direktinvestitionen: ein Unternehmen gründet oder kauft eine Firma im Ausland).
Politisch: Zusammenarbeit, aber auch Konkurrenz, Diplomatie und Krieg. Akteure sind Nationalstaaten, internationale (UNO), supranationale (EU) und transnationale Organisationen (Konzerne, Hilfsorganisationen).
Soziokulturell: weltweiter Austausch von Ideen, Kunst, Wissen und Religionen. Alt, aber durch Informationstechnologie viel schneller geworden.
Ökologisch: unübliche Bezeichnung für Veränderungen von Klima, Natur und Umwelt durch Vernetzung (Klimawandel, eingeschleppte Pflanzenarten, Krankheitserreger wie Covid-19).
VertiefungOrtsgebunden und ortsungebunden

Ortsgebundenheit heißt: Beziehungen ohne globale Reichweite (Alltag, Arbeit, Nachbarschaft). Ortsungebundenheit heißt: weltweite Vernetzung. Beides gibt es gleichzeitig.

Einfach erklärt: Dein Alltag spielt sich in Wien ab, aber das Handy in deiner Tasche kommt aus einer weltweiten Lieferkette. Globalisierung löscht den Raum nicht aus – Menschen bleiben körperlich an Orten verwurzelt, auch im Internet-Zeitalter.

Prüfungsfalle: Globalisierung ist nicht nur Wirtschaft, sondern hat vier Dimensionen. Und sie verläuft nicht linear, sondern mit Brüchen.

2 Westliche Vorherrschaft und Weltsystem ★★

Die Weltwirtschaft war nicht immer vom Westen dominiert. Wer die heutige Machtverschiebung versteht, versteht auch die Phasen der Globalisierung.

Vom asiatischen Vorsprung zum europäischen Weltsystem

Bis ins 17. Jahrhundert war Asien bei Wirtschaftsleistung, Technik und Bevölkerung führend (Seidenstraße als wichtigste Handelsroute).
Mit dem Kapitalismus verschob sich das Gewicht nach Europa. Auslöser waren Fernhandel, Eroberung und Mission.
Fernand Braudel: Ab dem Ende des Mittelalters entsteht ein kapitalistisches Weltsystem mit einer Hierarchie aus Zentren (reich, mächtig) und Peripherien (abhängig, liefern Rohstoffe).

Die Abfolge der Zentren

ZentrumMachtbasisWährung
VenedigHandel über das Mittelmeer (13.–15. Jh.)Dukaten
Niederlandegroße Häfen (Amsterdam), Flotte, HinterlandGulden
Vereinigtes KönigreichFlotte + großer Binnenmarkt + EroberungPfund
USAWirtschaft, Armee, kulturelle AnziehungDollar
VertiefungGenua und der britische Binnenmarkt

Genua verdrängte Venedig nur kurz. Neu beim Vereinigten Königreich: Es verband erstmals einen Binnenmarkt (freier Handel von Waren, Kapital und Arbeitskräften) mit Welthandel und Eroberung.

Prüfungsfalle: Jede Vormacht stützte sich auf Militär und Währung gemeinsam, nicht nur auf eines von beiden.

Kolonialismus und internationale Arbeitsteilung

Ab dem 19. Jahrhundert festigten Kolonialismus und Imperialismus eine vom Westen (Nordamerika, Westeuropa) dominierte Weltordnung.
Es entstand eine internationale Arbeitsteilung, die teilweise bis heute wirkt: Der Westen liefert Finanz und Industrieprodukte, die Peripherie (heute „globaler Süden“) liefert Rohstoffe und Agrargüter.
VertiefungSaid und die Unabhängigkeit des Südens
Edward Said kritisierte diese Sicht auf einen „unterentwickelten Rest“: Afrika, Lateinamerika und Asien wurden großteils zu Kolonien.
Fast ganz Lateinamerika wurde im frühen 19. Jh. unabhängig, die meisten anderen Länder des Südens erst nach 1945. Im Süden leben heute rund 80 % der Menschen.

3 UNO, Hegemonie und Aufstieg Asiens ★★

UNO, Kalter Krieg, Hegemonie

UNO: 193 Mitgliedstaaten, Ziel Weltfrieden, Völkerrecht und Menschenrechte.
Pax britannica: Vorherrschaft des Empire (Pfund + Kriegsflotte). Im Kalten Krieg (1945–1989) folgte im Westen die Pax americana (Dollar + US-Armee), Europa war Juniorpartner.
Hegemonie: Vorherrschaft, die nicht nur auf Zwang und Gewalt beruht, sondern auch auf aktiver Zustimmung. Die USA waren militärisch und wirtschaftlich stark, aber auch kulturell anziehend (American Way of Life, Massenkonsum).
VertiefungUNO: Stimmprinzip und Vetorecht
Prinzip „ein Land – eine Stimme“: nicht streng demokratisch (Bevölkerungsgröße zählt nicht), aber die reichen Staaten haben keine Mehrheit.
Fünf Staaten haben im Sicherheitsrat ein Vetorecht: Frankreich, China, USA, Vereinigtes Königreich und Russland (früher Sowjetunion). Das spiegelt die Machtverhältnisse von 1945.

Der globale Süden und der Aufstieg Asiens

Nach der Unabhängigkeit verfolgten viele Staaten eine eigenständige Wirtschaftspolitik (wie Deutschland und die USA im 19. Jh.).
Die Tigerstaaten (Singapur, Taiwan, Südkorea) waren erfolgreich. Sie kombinierten Exportproduktionszonen, staatlich gelenkte Industrie- und Technologiepolitik und Schutzzölle. Ein aktiver Entwicklungsstaat schützte die Firmen vor ausländischer Konkurrenz, zwang sie aber zu mehr Effizienz.
Bei Chinas WTO-Beitritt 2001 erwartete man, dass Globalisierung auch Demokratie und Menschenrechte verbreitet. Das trat nicht ein: Der Erfolg stärkte eher die Abkehr vom westlichen Modell.
China fordert offiziell eine multilaterale Weltordnung (regelbasierte Beziehungen ohne zentrale Führungsmacht) und beruft sich auf das Konzept der Harmonie (Héxié). Im globalen Süden findet das Zustimmung, weil es ein Ende neokolonialer Abhängigkeit verspricht.
VertiefungSchuldenfalle und Chinas Gewicht in Zahlen
In Lateinamerika und Afrika endeten die Versuche eigenständiger Wirtschaftspolitik nach 1982: Hoher Dollarkurs und hohe Zinsen führten viele Länder in eine dauerhafte Schuldenfalle (siehe Abschnitt 13).
China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft und mit knapp 13 % der Weltexporte der größte Exporteur (USA rund 9 %, Stand 2021).

Prüfungsfalle: Der WTO-Beitritt Chinas brachte keine Demokratisierung. Und „multilateral“ heißt gerade nicht, dass eine Macht alles bestimmt.

4 Regulationstheorie: das Werkzeug für die Phasen ★★★

Die letzten 200 Jahre lassen sich in drei Phasen teilen. Jede Phase hat eigene Spielregeln. Dafür brauchst du vier Begriffspaare.

Regulationsweise

Regulationsweise: Gesamtheit der Rahmenbedingungen (Institutionen, Regeln, Diskurse), die Produktion, Kontrolle und Zusammenarbeit in der Wirtschaft eine Zeit lang stabil halten.

Die drei Phasen haben je eine eigene: kolonial-liberal (1. Globalisierung), fordistisch (eingebettete Globalisierung), neoliberal (2. Globalisierung).

Akkumulationsregime

Akkumulationsregime: die Art und Weise, wie eine Wirtschaft wächst (Technik, Geschäftsmodelle, Finanzierung, Verteilung).

Extensiv: Wachstum, weil mehr Menschen beschäftigt werden. Die Technik bleibt gleich.
Intensiv: Wachstum durch höhere Produktivität (neue Methoden). Dann können Löhne und Gewinne steigen, was Kompromisse zwischen Arbeit und Kapital erleichtert.

Einfach erklärt: Eine Bäckerei will mehr Brote verkaufen. Extensiv: Sie stellt mehr Leute ein und lässt die alten Öfen länger laufen. Intensiv: Sie kauft einen schnelleren Ofen. Dann backt dieselbe Mannschaft mehr, und es bleibt Geld für höhere Löhne und Gewinn.

Binnen- und Außenorientierung

MerkmalBinnenorientierungAußenorientierung
FokusInlandsmarktExport, globale Finanzmärkte
Löhne gelten alsKaufkraft (Nachfrage)Kostenfaktor (verteuern Exporte)
Wettbewerbnach innenauf Weltmärkten

Ein Binnenmarkt ist ein abgegrenztes Wirtschaftsgebiet mit einheitlicher Marktordnung (ein Nationalstaat, aber auch der EU-Binnenmarkt).

Bewegung und Gegenbewegung

Das Ende einer stabilen Phase kündigt sich durch Bewegung (Akteure wollen mehr Weltmarkt) und Gegenbewegung (Akteure wollen Schutz davor) an (Idee nach Polanyi).

VertiefungZwei Logiken hinter Bewegung und Gegenbewegung
Dahinter stehen zwei Logiken: die grenzenlose Logik privatwirtschaftlicher Macht und die an Gebiete gebundene Logik politischer Macht.
Aus diesen Auseinandersetzungen entstehen Elemente einer neuen Regulationsweise.

Prüfungsfalle: „Intensiv“ heißt nicht „mit mehr Arbeit“, sondern mit mehr Produktivität. Extensiv ist das Gegenteil: mehr Beschäftigte, gleiche Technik.

5 Erste Globalisierung 1850–1914 (kolonial-liberal) ★★★

Die erste Phase war marktliberal geprägt. Die Interessen der weltmarktorientierten Wirtschaft dominierten.

Merkmale

Kleiner Staat, Geldwertstabilität als Oberziel, Wachstum vor allem durch Exporte (außenorientiert).
Extensives Regime: Immer mehr Menschen aus Landwirtschaft und Handwerk kamen in den Arbeitsmarkt. Europäische Firmen erschlossen Märkte außerhalb Europas.
Löhne galten als Kostenfaktor. Die Finanzwirtschaft war dominant, ein international verflochtener Bankensektor prägte das Bild.
Der Goldstandard sicherte stabile Preise und ein Ausbleiben von Währungsrisiken. Er schränkte aber die eigenständige Geldpolitik ein (Details in Abschnitt 11).

Mehr als Freihandel

Die Phase ging über reinen Freihandel hinaus, denn sie beruhte auf einer kolonial-liberalen Geld- und Rechtsordnung, die auch militärisch durchgesetzt wurde (Pax britannica).

VertiefungRechtssicherheit für Investoren und die Londoner City

Rechtsordnungen folgten internationalen Standards, um Investoren Rechtssicherheit zu geben. Das engte besonders kleine und arme Staaten ein: Ihre Regierungen waren de facto eher Investoren als der eigenen Bevölkerung rechenschaftspflichtig.

Ein globaler finanzwirtschaftlicher Machtkomplex mit der Londoner City als Zentrum und der britischen Flotte als Rückhalt trug dieses System.

Gegenbewegungen und Krise

Ab ca. 1870 wollten USA, Deutschland und später Japan eigenständiger sein und erhoben Schutzzölle gegen die übermächtige britische Konkurrenz. Industrie und Landwirtschaft wurden vermehrt staatlich gefördert.
In der Weltwirtschaftskrise 1929 hielten die Regierungen am Goldstandard und an ausgeglichenen Budgets fest. Folge: Massenarbeitslosigkeit, Verlust an demokratischer Legitimation, Aufstieg autoritärer und faschistischer Diktaturen.
VertiefungImperiale Konkurrenz und Erster Weltkrieg
Imperiale Konkurrenz um Einflusssphären wuchs: Europäische Mächte kontrollierten 1800 etwa 35 %, 1878 etwa 67 % und 1914 etwa 85 % der Erdoberfläche. Sie mündete in den Ersten Weltkrieg.
Die Verträge von Versailles und Saint-Germain und hohe Reparationen schränkten besonders Deutschland und Österreich ein.

Prüfungsfalle: Strenge Regulierung der Finanzmärkte gehört zu Bretton Woods, nicht zur ersten Globalisierung. Dort waren die Finanzmärkte weitgehend unbeschränkt.

6 Eingebettete Globalisierung 1945–1973 (fordistisch) ★★★

Die zweite Phase war „eingebettet“: Der Welthandel wuchs, aber der Staat band die Wirtschaft in Regeln und Sozialpolitik ein. Zwischen 1914 und 1945 lag eine Zeit der Deglobalisierung (Weltkriege, Protektionismus).

Merkmale

Wohlfahrtskapitalismus: Wirtschaft und Gesellschaft waren national organisiert, liberale Demokratie und Sozialstaat stabilisierten sich im Nordwesten Europas. Er war auch ein Kompromiss aus der Konkurrenz mit der planwirtschaftlichen Sowjetunion.
Intensives, binnenorientiertes Regime. Der Staat betrieb aktive Finanz-, Geld- und Wirtschaftspolitik, teils mit öffentlichen Unternehmen. Die Realwirtschaft (Industrie, die den Inlandsmarkt versorgt) dominierte.
Die Wirtschaftspolitik war vom Keynesianismus geprägt (Nachfrage ankurbeln).
Leitprinzip Massenproduktion für Massenkonsum: Taylorismus (Arbeit in kleine, genau getaktete Schritte zerlegen) und Fordismus (Fließband plus gute Löhne).
Löhne galten als Kaufkraft. Die breite Bevölkerung hatte erstmals Anteil am Wohlstand.

Einfach erklärt: Eine Fahrradfabrik zahlt so gut, dass ihre Beschäftigten sich selbst Fahrräder leisten können. Hohe Löhne sind dann kein Kostenfaktor, sondern sorgen für Nachfrage.

Sozialstaat

Gesundheit, Bildung und Altersvorsorge waren oft kostenlos, Mieten reguliert, Eigenheime gefördert. Die Lebenshaltungskosten sanken, die Kaufkraft stieg.
Erstmals gab es einheitliche Lebensbedingungen im ganzen Staatsgebiet. Freiheit hieß Befähigung, am Gemeinwesen materiell teilzuhaben (positive Freiheit).

7 Bretton Woods, fossiler Komplex und Ende der Phase ★★★

Bretton Woods (1944)

GATT: Zoll- und Handelsabkommen mit freiwilligen Zollsenkungen nach dem Prinzip der Meistbegünstigung: Ein Vorteil, den ein Land einem anderen gewährt, gilt auch für alle übrigen. Der Welthandel hatte 1945 einen historischen Tiefpunkt erreicht.
Weltbank (offiziell IBRD): vergibt langfristige Kredite zur Entwicklungsförderung.
IWF: gibt kurzfristige Kredite, um Ungleichgewichte der Leistungsbilanz auszugleichen.
Kein Modell tiefer Integration: nur wenige wirksame „Verkehrsregeln“. Im Zentrum standen strenge Kapitalverkehrskontrollen.
Folgen: Der Finanz-Machtkomplex wurde geschwächt, die Londoner City verlor ihre Rolle. Regierungen konnten eigenständige Geld- und Finanzpolitik machen und sensible Sektoren schützen.

Das Ende der Phase

1971 stoppten die USA den Tausch von Dollar in Gold, 1973 beendeten sie das System endgültig.
Die Ölkrisen 1973 und 1979 (stark steigende Öl- und Rohstoffpreise) beendeten den Nachkriegsaufschwung.
VertiefungDer fossile Machtkomplex
Öl wurde dominanter Energieträger, das Auto zentrales Konsumgut. Autoindustrie, Gewerkschaften und große Parteien bildeten ein Bündnis.
Die Agroindustrie (Großlandwirtschaft, Saatgut-, Dünge- und Maschinenindustrie) förderte die Grüne Revolution: mehr Ertrag, aber auf Kosten von Biodiversität und kleinen Höfen.
Vertiefung„Goldene Jahrzehnte“ und ihre Erosion
Hohe Wachstumsraten und Vollbeschäftigung ließen die Lohnquote steigen (Anteil der Löhne am Volkseinkommen) und gleichzeitig die Gewinne.
Ab den 1960ern verließen große Unternehmen den Konsens: Die Gewerkschaftsmacht engte sie ein. Sie ersetzten Beschäftigte durch Maschinen und lagerten Produktion in Billiglohnländer aus.
Der Eurodollar-Markt (privater Dollarmarkt außerhalb der USA, ohne Kontrolle der US-Zentralbank) höhlte die nationalen Währungsräume aus.

Prüfungsfallen:

Die Ölkrisen haben die eingebettete Globalisierung beendet, nicht eingeleitet.
Das hohe Wachstum kam vom Gesamtmodell (Massenkonsum, Sozialstaat, Regulierung), nicht von abgeschafften Zöllen. Zölle wurden nur schrittweise gesenkt.

8 Zweite Globalisierung ab 1973: Merkmale ★★★

Nach dem Ende von Bretton Woods dominierten wieder der Markt und das Finanzkapital, diesmal in einer viel dichteren Verflechtung.

Merkmale

Neoliberal, extensiv und außenorientiert. Löhne gelten wieder als Kostenfaktor.
Transnationale Unternehmen und Finanzinstitutionen dominieren. Management und institutionelle Investoren (z. B. Fonds) verbünden sich: Der Shareholder Value (Wert für die Aktienhaltenden) zählt.
Statt langfristigem Wachstum der Realwirtschaft zählt kurzfristige Rendite. Der Aktienkurs wird zum Erfolgsmaßstab, Outsourcing und Personalabbau werden begünstigt.
Zentrum der Finanzwelt ist die Wall Street, Leitwährung der Dollar. Neben dem finanzwirtschaftlichen und fossilen entsteht ein digitaler Machtkomplex (Plattformen).

Neue internationale Arbeitsteilung

Weltweite Produktionsnetzwerke nutzen sinkende Transport- und Transaktionskosten.
Deindustrialisierung in Europa und Nordamerika (auch in Afrika und Lateinamerika, die wieder Rohstofflieferanten werden), hunderte Millionen neue Industriejobs in Asien.
Standortwettbewerb: Städte, Regionen und Staaten werben mit günstigen Bedingungen um Investoren.
Kapital ist mobiler als Arbeit. Deshalb sinkt die Lohnquote, die Kaufkraft unterer Einkommen leidet, die Ungleichheit innerhalb der Länder steigt.

9 Hyperglobalisierung, Regeln und Gegenbewegungen ★★★

Hyperglobalisierung und ihre Regeln

Hyperglobalisierung: Weltwirtschaft, in der Handel weitgehend ohne Transaktionskosten und ohne marktbeschränkende Grenzen läuft. Sie geht über Freihandel hinaus.

Es gibt ein globales Regelwerk ohne Weltregierung („strong rules and weak states“, neuer Konstitutionalismus). Der Formalisierungsgrad ist höher als in der ersten Globalisierung.
1995: Die WTO löst das GATT ab. Ziel: möglichst unbeschränkter Welthandel durch Abbau von Zöllen und anderen Hemmnissen.
ISDS: Investor-Staat-Schiedsgerichte. Private Investoren können Regierungen verklagen, wenn deren Regeln (z. B. strengere Arbeits- oder Umweltstandards) erwartete Gewinne schmälern. Entschädigungen zahlen die Steuerzahlenden. Der Energiecharta-Vertrag schützt etwa Öl- und Gasfirmen vor neuen Klimaregeln.
VertiefungNicht-tarifäre Handelshemmnisse

Auch nicht-tarifäre Handelshemmnisse werden abgebaut: nationale technische Normen, Bevorzugung heimischer Firmen bei öffentlichen Aufträgen, Sozial- und Umweltstandards.

VertiefungGlobal Governance und das Prinzip der UNO

Global Governance: Staaten, supra- und transnationale Akteure verhandeln Regeln für Probleme, die mehrere Länder betreffen. Anders als die UNO, die Souveränität betont, versucht sie, Souveränität durch supranationale Institutionen zu ersetzen. Erfolgreich war das bei der Wirtschaft, kaum bei Menschenrechten, Demokratie und Klima.

Gegenbewegungen und Brüche

Battle of Seattle 1999: Zehntausende protestieren beim WTO-Treffen. Es entsteht eine globale Zivilgesellschaft (Bewegungen, NGOs, Gewerkschaften), die eine Demokratisierung der Global Governance fordert.
Finanzkrise 2008: Der Welthandel wächst kaum mehr, Proteste nehmen zu.
China will weg von der Außenorientierung: Der Export fiel von über 43 % auf unter 23 % des Volkseinkommens.
Handelskriege unter Trump, der Krieg in der Ukraine und die Covid-Pandemie verstärken selektive Deglobalisierung: Man will Abhängigkeiten v. a. bei Technologie, Militär und kritischen Gütern verringern.

Prüfungsfalle: Hyperglobalisierung bedeutet nicht „weniger Regeln“, sondern andere, stärkere Regeln zugunsten globaler Märkte. Und Trump hat die Konkurrenz mit China nicht erfunden.

10 Technologie, Energie und lange Wellen ★★

Märkte und Finanzströme brauchen Infrastruktur. Jede Phase hat ihre eigene Leittechnik und ihren eigenen Energieträger.

Raumüberwindend und raumbildend

Raumüberwindende Infrastruktur: Straßen, Eisenbahn, Häfen, Glasfaser, Tiefseekabel. Sie verbinden Orte.
Raumbildende Infrastruktur: Fabriken, Büros, Wohnungen, Schulen, Parks. Sie prägen konkrete Orte und schaffen Zentren (Ballungen mit Standortvorteilen).
VertiefungImplizites Wissen und die Spannung im Kapitalismus
Implizites Wissen (tacit knowledge): Wissen, das nicht öffentlich kodiert ist, sondern nur in bestimmten Umfeldern vorhanden ist (Handwerksbetriebe, Verwaltungen, Forschungsstätten). Es bindet an Orte.
Spannung im Kapitalismus: Kapital braucht Investitionen vor Ort (das bindet es langfristig) und will gleichzeitig maximale Beweglichkeit. Finanzkapital kann das am besten, es wandert in Sekunden um die Welt.

Kondratjew: lange Wellen

Kondratjew-Wellen: lange Konjunkturzyklen von 40 bis 60 Jahren. Neue Leitindustrien lösen einen Aufschwung aus, danach folgt ein Abschwung. Fünf Wellen werden unterschieden.

WelleZeitLeitindustrie / Energie
1ab ca. 1780Dampfmaschine, Textil; Holz, Wasserkraft
2ab ca. 1830Eisenbahn, Stahl, Telegraf; Kohle
3ab ca. 1880Elektrotechnik, Chemie; Dampfschiffe
4NachkriegszeitPetrochemie, Auto, Luftfahrt; Öl und Gas
5ab 1973IKT (Informations- und Kommunikationstechnik), Digitalisierung
Die ersten drei Wellen fallen in die erste Globalisierung, die vierte in die eingebettete, die fünfte in die zweite.
VertiefungKohle, Öl und Gas als Energieträger
Kohle statt Wasserkraft: Eine Wassermühle ist ortsgebunden, Kohle ist transportierbar. Das erleichterte Urbanisierung und beschleunigte alles.
Die dritte Welle und die britische Vorherrschaft endeten mit der Krise 1929. Öl und Gas sind weniger arbeitsintensiv und noch weniger ortsgebunden als Kohle.

Digitalisierung und der Mythos der „postmateriellen“ Wirtschaft

Digitalisierung ist der Megatrend der zweiten Globalisierung. Sie senkt Fixkosten und ermöglicht globale Produktion. Daten werden zum wichtigen „Rohstoff“.
Es entstehen Netzwerkeffekte (je mehr Nutzende, desto wertvoller). Das begünstigt Monopole und die Abschöpfung von Renten (Einkommen ohne eigene Leistung, z. B. durch Marktzutrittsbarrieren oder Patente).
Mythos: Eine „postmaterielle“ Ökonomie gibt es nicht. Auch virtuelle Märkte brauchen Glasfaser, Satelliten und fossile Energie für Logistik. Weder der physische Handel noch der fossile Verbrauch sind gesunken, E-Commerce und mobiles Finanzkapital beschleunigen sie eher.
VertiefungStaatliche Förderung und Containerisierung
Die Erfolge der Digitalisierung beruhen stark auf staatlicher, oft militärischer Förderung: Der Staat trägt das Risiko, Private kassieren den Löwenanteil der Gewinne.
Containerisierung und E-Commerce verbilligen den Warenhandel, die größten Containerhäfen liegen in Asien.

Prüfungsfalle: Digitalisierung hat den Ressourcenverbrauch nicht beendet. Und der Erfolg der Techkonzerne beruht nicht allein auf privater Innovation.

11 Geldordnung: Goldstandard und goldene Zwangsjacke ★★★

Jede Phase hat eine eigene internationale Geldordnung. Sie bestimmt, wie viel Spielraum Regierungen haben.

Erste Globalisierung: Pfund-Goldstandard

Goldstandard: Eine Geldordnung, in der die Währung an Gold (ein seltenes Edelmetall) gebunden ist. Banknoten sind ein Anspruch auf Gold.

Zentralbanken können nicht beliebig Geld drucken. Das sichert den Geldwert und schützt Gläubiger und Vermögende. Es gibt kein Währungsrisiko. Länder importieren nur so viel, wie ihre Exporte bezahlen. Dauerhafte Handelsbilanzdefizite sind nicht möglich.
Preis: Der Staat muss „schlank“ bleiben, also wenig ausgeben und sich kaum verschulden.

Goldene Zwangsjacke

Goldene Zwangsjacke (Golden Straightjacket): Investoren zwingen Staaten faktisch zu einer bestimmten Politik.

1Gewerkschaften setzen höhere Löhne oder Parlamente Sozialleistungen durch.
2Die Kosten der Exportgüter steigen, die Handelsbilanz leidet.
3Gold fließt ab, eine Währungskrise droht.
4Investoren können Kredite fällig stellen, neue verteuern oder Aktien verkaufen.
5Regierungen handeln daher im „vorauseilenden Gehorsam“ und vermeiden teure Sozialpolitik.
VertiefungDeflation unter dem Goldstandard

Es gab auch Phasen von Deflation (allgemein sinkendes Preisniveau). Sie bremst die Wirtschaft und belastet Schuldner, weil ihre Schulden real wachsen.

VertiefungDas Ende des Goldstandards

Die Weltwirtschaftskrise 1929 beendete den Goldstandard: 1931 gab ihn Großbritannien auf (hohe Goldabflüsse), 1933 folgten die USA.

12 Geldordnung: Bretton Woods ★★★

Eingebettete Globalisierung: Bretton Woods

Auch ein Goldstandard, aber der Dollar war an Gold gebunden (35 Dollar je Unze, bis 1971 unverändert), alle anderen Währungen an den Dollar. 44 Länder nahmen teil.
Kapitalverkehrskontrollen und strenge Regulierung gaben den Zentralbanken Spielraum. Geschäfts- und Investmentbanken wurden getrennt. Kreditgeld und niedrige Zinsen finanzierten Investitionen und die Güterproduktion.
VertiefungStimmrechte und Keynes' Gegenvorschlag
In Weltbank und IWF hat der Westen die Stimmenmehrheit (er zahlt die meisten Einlagen).
Keynes wollte eine eigene, nicht nationale Verrechnungswährung für Zahlungsbilanzungleichgewichte. Die USA setzten aber den Dollar durch.
VertiefungÜberhöhter Dollar und Krise Ende der 1960er
Der Dollarkurs war überhöht. Das ließ Gold abfließen, verbilligte aber Exporte der Verbündeten (Japan, Deutschland).
Krise Ende der 1960er: Vietnamkrieg und höhere Sozialausgaben ließen Staatsschulden und Leistungsbilanzdefizit der USA steigen. Ab 1971 gab es keinen Goldtausch mehr, 1973 wertete man den Dollar ab.

Prüfungsfalle: Bretton Woods war ebenfalls ein Goldstandard, aber mit Kapitalverkehrskontrollen und regulierten Banken. Der Unterschied zur ersten Globalisierung liegt in der Regulierung der Finanzmärkte.

13 Geldordnung: Finanzialisierung und Krise ★★★

Zweite Globalisierung: Finanzialisierung

Finanzialisierung: wachsende Bedeutung von Finanzmärkten, Finanzakteuren, Finanzinstitutionen und finanziellen Motiven.

Mit flexiblen Wechselkursen wird der Dollar noch wichtiger (Rohstoffhandel, Reserven, Besicherung). Die USA können als einziges Land dauerhaft Leistungsdefizite ohne Rückzahlungsprobleme finanzieren („Dollar-Privileg“). US-Staatsanleihen gelten als sicherste Anlage.
Volcker-Schock 1979: Die US-Zentralbank hob die Zinsen abrupt an, um die Inflation zu senken. Folgen: Dollar steigt, weltweite Rezession, Schuldenkrise in Ländern mit niedrig verzinsten Dollarkrediten. Viele Länder des Südens mussten Strukturanpassungsprogramme akzeptieren (Weltbank/IWF knüpfen Kredite an Handelsliberalisierung und Privatisierung). Folge: soziale Verwerfungen und Stagnation.
Kapital wandert von der Real- in die Finanzwirtschaft. Immobilien, Bildung, Gesundheit und Altersvorsorge werden zu Anlageobjekten, Mieten steigen. Rentiers (Abschöpfende) gewinnen gegenüber Unternehmer:innen (Schöpfenden).
VertiefungSteuern und Shareholder Value in Zahlen
Steuern: Der durchschnittliche gesetzliche Körperschaftsteuersatz fiel weltweit von 49 % (1985) auf 24 % (2018). Rund 40 % der Gewinne transnationaler Konzerne werden in Niedrigsteuerländer verschoben.
Shareholder Value: Dividenden und Aktienrückkäufe nehmen zu, langfristige Investitionen werden vernachlässigt. Von 2011 bis 2017 stiegen in den G7 die Löhne um 3 %, die Dividenden um 31 %.
Neoliberale Politik: Privatisierung, Liberalisierung, Kürzung öffentlicher Ausgaben, flexible Arbeitsmärkte, Ausweitung privater Verschuldung zur Stützung des Konsums.

Krise und Reaktionen

Die Markteffizienzhypothese (Finanzmärkte seien effizient und stabil) führte zu Deregulierung, freiwilliger Selbstregulierung und zu Zentralbanken, die nur auf Preisstabilität achteten. Folge: Blasen und Krisen, ähnlich krisenanfällig wie in der ersten Globalisierung.
2008: Staaten retteten überschuldete Banken und stützten die Kaufkraft (Kurzarbeit, keynesianische Maßnahmen). Die EZB senkte Zinsen auf null und kaufte Staatsanleihen. Das erzeugte Vermögenspreisinflation, denn Banken vergaben lieber Immobilien- und Finanzkredite als riskante Kredite an die Realwirtschaft.
VertiefungReaktionen: Kryptowährungen und Occupy

Reaktionen: die Kryptowährungsbewegung (dezentrales Geld ohne Staat, blieb vor allem Spekulationsobjekt) und politische Bewegungen wie Occupy Wall Street (Forderungen u. a. nach demokratischer Kontrolle der Geldpolitik, Schuldenerlass, Banken in öffentlichem Eigentum).

14 Die drei Phasen im Vergleich ★★★

Diese Tabellen sind das Herzstück für die Prüfung. Präge dir pro Phase die Kombination aus Regulationsweise, Regime und Orientierung ein.

Phasen der Weltwirtschaft: erste (liberale) Globalisierung 1850–1914, Kriege und Krisen bis 1945, eingebettete Globalisierung 1945–1973, neoliberale Globalisierung ab 1973. Die Linie zeigt nur schematisch Aufstieg, Einbruch und erneuten Aufstieg des Welthandels.18501914194519732008Welthandel (schematisch)Erste GlobalisierungKriege & KrisenEingebettetNeoliberal
← Grafik seitlich wischen →
Phasen der Weltwirtschaft: erste (liberale) Globalisierung 1850–1914, Kriege und Krisen bis 1945, eingebettete Globalisierung 1945–1973, neoliberale Globalisierung ab 1973. Die Linie zeigt nur schematisch Aufstieg, Einbruch und erneuten Aufstieg des Welthandels.

Regulation und Wachstum

PhaseRegulationsweiseRegime
Erste (1850–1914)kolonial-liberalextensiv, außenorientiert
Eingebettete (1945–1973)fordistischintensiv, binnenorientiert
Zweite (ab 1973)neoliberalextensiv, außenorientiert

Löhne und dominante Wirtschaft

PhaseLöhne gelten alsDominiert wird von
ErsteKostenfaktorFinanzwirtschaft
EingebetteteKaufkraftRealwirtschaft
ZweiteKostenfaktorFinanzwirtschaft

Geld und Macht

PhaseGeldordnungMachtkomplex
ErstePfund-Goldstandard, freie Finanzmärktefinanzwirtschaftlich
EingebetteteBretton Woods, streng reguliertFinanz geschwächt, fossil steigt auf
Zweiteflexible Kurse, FinanzialisierungFinanz + fossil + digital zusammen

Typische Aussagen richtig einordnen

Bei Grafiken zur Weltwirtschaft, etwa zu Exportquoten (Exporte im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung), passieren diese Fehler besonders leicht.

Prüfungsfallen:

Ein Einbruch von 1914 bis 1945 und ein Anstieg ab etwa 1970 passen zu Deglobalisierung und anschließender zweiter Globalisierung.
Eine Grafik zeigt nur, was sie misst. Exportquoten sagen nichts über Direktinvestitionen oder die Zukunft.
Kleine Volkswirtschaften haben meist hohe Exportquoten, weil ihr Binnenmarkt klein ist.
Richtig sind: erste Globalisierung extensiv und außenorientiert, zweite mit Finanzialisierung, Deregulierung und wachsender Ungleichheit, nach 2008 Einbruch der Exporte und mehr Globalisierungskritik.
Falsch sind Aussagen, nach denen Globalisierung geradlinig wächst oder dass die Ölkrisen die eingebettete Phase erst begründeten.

Checkliste: Das musst du können

Ich kann Globalisierung definieren und ihre vier Dimensionen mit je einem Beispiel nennen.
Ich kann erklären, was Zentren und Peripherien (Braudel) sind und die Abfolge der Vormächte mit ihren Währungen nennen.
Ich kann Regulationsweise, extensives und intensives Akkumulationsregime sowie Binnen- und Außenorientierung erklären.
Ich kann die drei Phasen mit Zeitraum, Regulationsweise, Regime, Leitbild und Lohnverständnis vergleichen.
Ich kann Goldstandard, goldene Zwangsjacke und Bretton Woods erklären und die Rolle von GATT, Weltbank und IWF unterscheiden.
Ich kann die Ursachen der Hyperglobalisierung und ihre Folgen nennen (WTO, ISDS, Standortwettbewerb, steigende Ungleichheit).
Ich kann Finanzialisierung, Volcker-Schock und Strukturanpassungsprogramme erklären.
Ich kann die fünf Kondratjew-Wellen den Phasen zuordnen und erklären, warum es keine postmaterielle Wirtschaft gibt.
Ich kann begründen, warum die Ölkrisen die eingebettete Globalisierung beendeten und nicht einleiteten.

Fertig gelesen? Teste, ob es sitzt.

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